Nach dieser WM endet eine Ära im französischen Fussball: Didier Deschamps wird nach 14 Jahren als Nationaltrainer zurücktreten. Der 57-Jährige steht wie kaum ein anderer für die jüngste Erfolgsgeschichte der «Équipe Tricolore». Mit einem möglichen dritten WM-Titel – nach 1998 als Spieler und 2018 als Trainer – könnte er sich endgültig unsterblich machen.
«Ich zähle nicht jeden Tag, ich geniesse jeden Tag», sagte Deschamps. Neben ihm gelang es nur Franz Beckenbauer und Mario Zagallo, sowohl auf dem Platz als auch an der Seitenlinie die WM zu gewinnen.
Die beste Art, ihm Tribut zu zollen, ist der WM-Sieg. Denn er liebt es zu gewinnen. Deshalb werden wir dafür sorgen, dass er die beste WM aller Zeiten erlebt
Mit dem goldenen Pokal in der Hand will Deschamps am 19. Juli seinen Posten räumen. «Jetzt hat er eine letzte Gelegenheit, seine Legende zu festigen», schrieb L'Équipe. Es wäre die absolute Krönung einer bereits erfolgreichen Ära. Der 57-Jährige übernahm «Les Bleus» 2012 als Nachfolger von Laurent Blanc, führte sie 2018 zum WM-Titel in Russland und 2022 in Katar in den Final. Als erster Trainer seit Vittorio Pozzo 1938 könnte er zwei WM-Titel gewinnen.
«Die beste Art, ihm Tribut zu zollen, ist der WM-Sieg. Denn er liebt es zu gewinnen. Deshalb werden wir dafür sorgen, dass er die beste WM aller Zeiten erlebt», versprach Captain Kylian Mbappé. Ausgerechnet auf dem 27-Jährigen, der mit Real Madrid eine Saison zum Vergessen erlebte und stark in der Kritik stand, ruhen die grössten Hoffnungen auf eine erfolgreiche WM-Mission.
Pure Offensivpower mit Mbappé, Dembélé und Oilse
Flankiert wird Mbappé im Angriff von Weltfussballer Ousmane Dembélé von Paris Saint-Germain und Michael Olise vom FC Bayern – ein Offensivtrio, das seinesgleichen sucht. Nur noch vier Treffer fehlen Mbappé zur WM-Bestmarke von Miroslav Klose, der für Deutschland bei vier Turnieren 16 Tore erzielte. Lediglich ein Tor braucht der Stürmer noch, um Olivier Girouds Rekord für die Nationalmannschaft (57 Tore) einzustellen.
«Natürlich möchte ich weiterhin Geschichte schreiben. Aber am allermeisten wünsche ich mir, mit dem Pokal nach Frankreich zurückzukehren», stellte der Stürmer klar. Einen ersten Schritt kann die «Équipe Tricolore» am Dienstag im Auftaktspiel gegen den Senegal machen. Danach folgen die Partien gegen den Irak (22.06.) und Geheimfavorit Norwegen (26.06.). Bereits im Achtelfinal könnte es zum Knüller mit Deutschland kommen.
14 Jahre Erfolg – und danach?
Doch soweit will Deschamps noch gar nicht denken. Auch seine Zukunft lässt er offen. Zwar sieht er sich weiterhin im Fussball, doch konkrete Pläne gibt es nicht. Zuletzt kursierten Gerüchte über ein mögliches Engagement in Italien. Für Kylian Mbappé ist das jedoch keine Option: «Sollen die Italiener doch einen Italiener nehmen. Didier ist Franzose, er gehört zu uns.»