Die Enttäuschungen der WM 2022 mit dem Vorrunden-Aus und der EM 2024, als im Achtelfinal gegen Frankreich Schluss war, haben demütig gemacht. «Wir befinden uns eher in der Aussenseiterrolle. Und ehrlich gesagt gefällt mir das sogar», sagte Belgiens Trainer Rudi Garcia im Vorfeld der WM.
Was bezogen auf die Titelchancen stimmt, trifft auf das Startspiel jedoch nicht zu: Belgien, die Nummer 9 der Fifa-Weltrangliste, ist am Montagabend gegen Ägypten (Nummer 29) klar favorisiert. So sagt Garcia denn auch: «Wir brauchen uns vor niemandem zu fürchten. Wir müssen in der Lage sein, jeder Mannschaft in die Augen zu schauen und sie zu schlagen.»
Dennoch: Aus der sogenannten «Goldenen Generation», die bei der WM 2018 in Russland Dritter wurde, sind unter anderem Eden Hazard (35), Rekordnationalspieler Jan Vertonghen (39) oder auch Dries Mertens (39) nicht mehr dabei. An ihre Leistungen in den stärksten Jahren kommen ihre Nachfolger bislang noch nicht dauerhaft heran.
Was kann Lukaku den Belgiern noch geben?
Wohl auch deshalb will oder kann Garcia auf einige Altstars nicht verzichten. Kevin De Bruyne, den er als «einen der besten Fussballer aller Zeiten» bezeichnete, ist weiterhin eine prägende Figur. Neben dem 34-Jährigen sind auch Romelu Lukaku (33), Torwart Thibaut Courtois (34) und Axel Witsel (37) weiterhin dabei – und das, obwohl vor allem Lukaku seine besten Tage als Fussballer wohl hinter sich hat.
De Bruyne ist indes nach wie vor von den Qualitäten des bulligen Angreifers überzeugt. «Wir können nicht erwarten, dass er 90 Minuten spielt, aber Lukaku hat ein unglaubliches Talent vor dem Tor – auch in einer halben Stunde kann er sehr gefährlich sein», sagt De Bruyne über seinen Teamkollegen in Neapel.
Kann es De Bruyne gegen Ägypten geniessen?
Hazard ist überzeugt von seinen ehemaligen Teamkollegen. «Belgien ist in dieser Gruppe zweifellos das beste Team», sagte er der Fifa in einem Interview. Die Mannschaft bezeichnete er als «eine Mischung aus der alten Garde und der neuen Generation, die sich langsam aber sicher durchsetzt».
Für Lukaku, De Bruyne & Co. könnte es die letzte Chance auf WM-Ehren sein. «Ich weiss, dass ich nicht mehr zehn Jahre vor mir habe, und deshalb möchte ich dieses Turnier und die Momente geniessen», so De Bruyne. Den ersten «Genussmoment» möchte der 119-fache Nationalspieler am liebsten am Montagabend gegen Ägypten haben – in Form von drei Punkten.