Der Schock nach der Auftaktniederlage ist noch immer gross in der Türkei – der Druck vor dem zweiten WM-Spiel gegen Paraguay aber noch grösser. Das Aus droht schon im zweiten Spiel.
Sollte der bisher so starke Co-Gastgeber USA gegen Australien mindestens einen Punkt holen und die Türkei verlieren, wäre nach der Gruppenphase Schluss.
Sogar Terim schaltet sich ein
Das 0:2 gegen Australien, der ersten WM-Partie der Türkei nach 24 Jahren, hat sofort für deutliche Kritik in der Heimat gesorgt. Sogar Ex-Nationaltrainer Fatih Terim fand das zu viel.
«Hört auf, die Spieler oder den Trainer verbal zu vernichten. Jetzt müssen wir sie umso mehr unterstützen. Das sind unsere Jungs», sagte der 72-Jährige, der inzwischen einen eigenen Kanal auf YouTube betreibt.
Die Kritik brachte auch Verbandspräsident Ibrahim Haciosmanoglu auf die Palme. «Natürlich geben wir diesen Geiern und Hyänen die passende Antwort», wetterte Haciosmanoglu gegen die Kritiker. Die beste Reaktion müsse die Mannschaft jedoch am Samstag in Santa Clara gegen Paraguay «auf dem Feld liefern».
Stars enttäuschten
Das Team um die Stars Arda Güler (Real Madrid), Kenan Yildiz (Juventus Turin) und Hakan Calhanoglu (Inter Mailand) hat in der Türkei trotz der langen WM-Pause grosse Erwartungen geschürt.
Wir haben noch zwei Spiele vor uns, die wir als Endspiele bezeichnen können.
In Gruppe D sollte es eigentlich nur darum gehen, ob sich das Team als Erster oder Zweiter für die nächste Runde qualifiziert. Die Spieler glauben auch unverändert daran, bei dem XXL-Turnier in Kanada, Mexiko und den USA die K.o-Phase zu erreichen.
Spieler glauben an die Wende
«Wir haben noch zwei Spiele vor uns, die wir als Endspiele bezeichnen können. Wir wollen diese gewinnen und hoffentlich unser Land stolz und glücklich machen», sagte Torwart Ugurcan Cakir von Galatasaray Istanbul.
«Das Australien-Spiel hat uns nicht entmutigt», meinte Samet Akaydin. Der Verteidiger von Caykur Rizespor betonte: «Indem wir das Paraguay-Spiel gewinnen, werden wir das wiedergutmachen.»
Änderung in der Startelf?
Trainer Vincenzo Montella wird seine Startelf wohl auf mindestens einer Position umbauen und Yildiz von Beginn an bringen. Der ehemalige Jugendspieler des FC Bayern München war nach einer Wadenverletzung gegen Australien zunächst geschont und erst zur Pause eingewechselt worden.
Denn eines ist klar: Gegen Paraguay, das nach dem 1:4 zum Auftakt gegen die USA genauso unter Druck steht, sind Tore absolut notwendig.