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Nati-Rückkehrer Christian Fassnacht: Der Mann für heikle Situationen

YB-Offensivakteur Christian Fassnacht ist überzeugt, dass er der Schweizer Nati vor allem in schwierigen Phasen helfen kann.

Nur zwei Länderspiele hat Christian Fassnacht in den letzten zwei Jahren bestritten – dennoch steht der 32-Jährige in Murat Yakins WM-Aufgebot. «Hart zu arbeiten, lohnt sich», sagt der im offensiven Mittelfeld agierende YB-Spieler zu seinem Nati-Comeback. «Dass es jetzt gerade mit der WM aufgeht, ist natürlich ein Traum, der in Erfüllung geht.»

Zu verdanken hat Fassnacht seine Berufung seiner starken Super-League-Saison. Mit 18 Treffern wurde er Torschützenkönig. Dazu kamen 7 Assists – dies in einer Saison, die YB auf dem enttäuschenden 6. Platz abschloss.

«Performen, wenn's dem Team nicht läuft»

«Es ist eine Stärke von mir, auch dann zu performen, wenn es dem Team gerade nicht läuft. Darauf bin ich stolz», sagt Fassnacht. «Ich bin nicht auf eine totale Positivität um mich herum angewiesen.» Das habe auch damit zu tun, dass er älter und routinierter geworden sei.

Und vielleicht damit, dass er in seiner Karriere selbst etliche Rückschläge erlebt hat. Ob Gehirnerschütterung (2021), Knieverletzung (2022) oder Achillessehnenprobleme (2024): Jedesmal schaffte er den Weg zurück. «Meine Karriere ist das Ebenbild dafür, dass Rückschläge dazugehören, aber dass sich es sich lohnt zu arbeiten.»

Gedanken an die Karriere

Seine Comeback-Erfahrungen will er übrigens nach seiner Aktivkarriere weitergeben. «Ich habe ein paar ‹Projektli› im Kopf», verriet Fassnacht. Er könnte sich nach eigenen Aussagen vorstellen, ein Buch zu schreiben oder im Mentalen zu arbeiten. «In diesem Bereich arbeite ich momentan sehr intensiv.»

«Ich würde gerne Kinder oder Jugendliche, die etwa ähnliches erlebt haben wie ich, auf ihrem Weg helfen.» Er spricht von Situationen, in denen man von aussen definiert werde, «zum Beispiel: ‹du bist zu klein, zu wenig gut›». Dies bedeute «nicht, dass der Weg nicht weitergehen kann. Hier sehe ich mich als Mentor», sagt Fassnacht.

Kurzfristig steht aber die WM an, «die grösste Bühne, die es gibt». Hat der gebürtige Zürcher vor Turnierstart Träume? Er habe kürzlich das Tor von Georges Bregy an der WM 1994 wieder einmal gesehen, über das heute noch gesprochen werde. «Eine Geschichte zu schreiben, die länger dauert als die eigene Karriere – das würde den Rahmen sprengen und wäre ein Traum. Ich arbeite daran und schaue, was herauskommt.»

Livestream auf srf.ch/sport, 20.05.2026, 11:00 Uhr ; 

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