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Silvan Widmer Der Rechtsverteidiger mit dem versteckten Talent

Silvan Widmer hat an die letzte WM nicht die besten Erinnerungen. Und will diese vergessen machen.

Alles fing mit Langeweile bei Autofahrten an: Als Silvan Widmer in seiner Kindheit auf der Rückbank des Familienautos an Ortsschildern vorbeikam, zählte er jeweils die Buchstaben des Wortes. Eine Fähigkeit, die der 33-Jährige über die Jahre perfektioniert hat. Dass der Satz «Die Schweiz wird Gruppensiegerin» 29 Buchstaben habe, weiss er deshalb in Windeseile.

Genauso gut weiss er aber auch, dass die Vorgabe kein Kinderspiel wird. Auch wenn die Nati gegen Katar, Bosnien-Herzegowina und Kanada als Favoritin in die Spiele gehen wird. «Auch die anderen können Fussball spielen und wollen gewinnen», sagt er deshalb am Mittwoch auf der Medienkonferenz in San Diego. Unterschätzen will man im Camp der Nati niemanden.

Wieder Portugal?

Und trotzdem bleibt das Ziel der Schweizer ein hohes. Das beste Abschneiden einer Nati soll es werden, der Viertelfinal wird angestrebt. Geht es nach Papierform, heisst der letzte Gegner dahin im Achtelfinal Portugal.

Ausgerechnet Portugal. Jener Gegner, der in diesem Jahr zu den Mitfavoriten auf den Titel zählt und der Nati an der WM 2022 in der ersten K.o.-Runde eine heftige Klatsche verpasste.

Ein Sportler wird von Kamerateams vor einer gesponserten Wand interviewt.
Legende: Blickt der WM zuversichtlich entgegen Silvan Widmer. KEYSTONE/Peter Klaunzer

Von Anfang an bereit sein

Gerade Widmer hat an diesen Tag im Dezember vor 4 Jahren keine guten Erinnerungen: Nachdem er in der Gruppenphase gesetzt gewesen war, erkrankte er wie einige andere Teamkollegen just vor dem Achtelfinal und musste tatenlos mitansehen, wie die Nati die Heimreise antreten musste. «Das war wohl der schwierigste Moment in meiner Karriere, ich denke nicht mehr so viel daran zurück», sagt er heute darüber.

So weit nach vorne will Widmer aber eigentlich nicht blicken. Vielmehr gelte es, ab dem ersten Spiel bereit zu sein, oder wie er es formuliert: «Wir müssen ab jetzt auf dem Peak sein und das über mehrere Wochen durchziehen. Es wäre fatal zu sagen, dass wir erst gegen die Brocken bereit sein müssen.»

Fällt Widmer Yakins Taktik zum Opfer?

Ob der Aargauer zum Stammpersonal zählen wird, ist noch unklar. Zwar war er als Rechtsverteidiger zuletzt gesetzt. Im letzten Test gegen Australien sah aber auch er beim Gegentreffer nicht gut aus. Die Situation sei analysiert, «das wird uns nicht noch einmal passieren», sagt er.

Widmer selbst kennt die Pläne Yakins im Hinblick auf das Startspiel indes noch nicht. Es ist aber durchaus denkbar, dass dieser seine Pläne aus der Vorbereitung konkretisiert und in der Abwehr auf eine Dreierkette mit Denis Zakaria setzt, um mehr Personal im Mittelfeld zu haben.

SRF zwei, Sportflash, 8.9.26, 20:00 Uhr

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