Spanien wird mit Trainer Luis de la Fuente versuchen, 16 Jahre nach dem ersten Streich in Südafrika unter Coach Vicente del Bosque den zweiten WM-Titel ins Land zu holen. Argentinien unter Lionel Scaloni ist derweil darauf aus, als erste Nation seit Brasilien im Jahr 1962 zwei Weltmeistertitel in Folge zu gewinnen.
Doch abgesehen von der bekannten Konstellation der beiden Schwergewichte hat der Final vom Sonntag noch eine persönlichere Note.
In der Akademie zueinander gefunden
Nach dem 2:0-Sieg Spaniens gegen Frankreich am Dienstag und noch bevor Argentinien am folgenden Tag im zweiten Halbfinal sein Comeback beim 2:1-Sieg gegen England vollendet hatte, sorgte de la Fuente für Aufsehen, als er erklärte, er würde sich «sehr freuen», auf Argentinien zu treffen.
Die Aussage des 65-Jährigen geht auf eine Freundschaft zurück, die vor Jahren an der Trainerakademie des spanischen Fussballverbands (RFEF) in Las Rozas bei Madrid entstanden ist.
Lobende Worte auf beiden Seiten
Wir schreiben das Jahr 2017: Scaloni hatte jüngst seine aktive Karriere beendet und wollte an die Seitenlinie wechseln. De la Fuente, damals als Ausbilder, half dem frisch Pensionierten, seine ersten Schritte in Richtung Trainerkarriere zu machen.
«Luis war für uns alle im Trainerkurs eine grosse Hilfe. Mir gefällt, wie er die Dinge angeht», hatte Scaloni im 2024 im Rahmen der Copa America gesagt.
Die Bewunderung war keine einseitige Angelegenheit. De la Fuente hatte Scaloni einst als Meister bezeichnet – ein ungewöhnlicher Titel für einen ehemaligen Schüler, aber ein passender für den Mann, der Argentinien zu weltweiten und kontinentalen Erfolgen geführt hat.
Scaloni ein Spanien-Fan
Scalonis Verbindung zu Spanien geht über Trainerlizenzen hinaus. Seine Frau Elisa Montero, die er 2008 kennengelernt hatte, ist Spanierin, ihre Kinder wurden in Spanien geboren und die Familie lebt auf Mallorca.
Der heute 48-jährige Scaloni spielte zudem mehrere Spielzeiten in Spanien bei Deportivo La Coruna, Racing Santander und Mallorca. «Ein Teil meiner Familie ist spanisch, und natürlich drücke ich Spanien (bei der EM) die Daumen», sagte Scaloni 2024.
Keine Telefontipps im Final-Vorfeld
Nach Spaniens Sieg am Dienstag und noch vor dem eigenen Halbfinal hatte der Argentinien-Trainer seine Freude über de la Fuentes Erfolge ausgedrückt: «Er ist ein grossartiger Typ, er verdient es.»
«Wenn es für uns nicht gut läuft, werde ich ihn anrufen. Wenn wir im Final gegen ihn spielen … nein. Hoffen wir mal, dass ich erst nach dem Final anrufen muss …», scherzte Scaloni weiter.
Bis Sonntag wird es nun wahrscheinlich keinen Anruf geben. Meister und Lehrling müssen zunächst herausfinden, wer sich die besseren Notizen gemacht hat in der Vorbereitung auf das grösste Spiel überhaupt.
WM 2026