- Die Nati gewinnt den letzten Test vor der Abreise an die WM in den USA in St. Gallen gegen Jordanien mit 4:1.
- Vor der Pause überzeugt das Team von Murat Yakin mit 3 Treffern, in der 2. Halbzeit sitzt der 2. Anzug nicht richtig.
- In der 88. Minute wird das Spiel wegen eines drohenden Gewitters unterbrochen.
Als Schiedsrichter Rohit Saggi um kurz vor 16 Uhr in St. Gallen zur Pause pfiff, schien über dem Kybunpark und der Schweizer Nati noch die Sonne. 3 Tore gegen WM-Teilnehmer Jordanien hatte das Team von Murat Yakin im 1. Duell erzielt und sich viele weitere Chancen herausgespielt, ohne wirklich ans Limit gehen zu müssen. Im letzten Test auf Schweizer Boden vor der WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko stellte sich nicht die Frage nach dem Sieger, sondern bloss nach dem Resultat.
Zweimal korrigierte Schiedsrichter Saggi in der 1. Halbzeit nach VAR-Intervention einen Entscheid, zweimal durfte die Nati zum Elfmeter antreten. Zunächst war es Breel Embolo, der seinen 24. Nati-Treffer erzielen konnte, in der 10. Minute der Nachspielzeit erhöhte Granit Xhaka auf 3:0. Dazwischen hatte Dan Ndoye einen Konter zum 2:0 verwandelt.
Der Faden reisst nach der Pause
Doch nach der Pause verdunkelte sich die Szenerie plötzlich. Gewitterwolken türmten sich auf – und auch im Spiel der Nati braute sich etwas zusammen. Nachdem Yakin in der Halbzeit 7 (!) Wechsel vorgenommen hatte (nur Manuel Akanji, Xhaka, Michel Aebischer und Embolo kehrten aus der Kabine zurück), passte schon bald nicht mehr viel zusammen.
Zwar verzeichnete Zeki Amdouni bei seinem ersten Nati-Einsatz seit einem knappen Jahr sogleich zwei gute Chancen, doch danach war es die Nummer 63 der Weltrangliste, die den Ton angab: Nach einem langen Ball bezwang Odeh Al Fakouri (52.) Marvin Keller nach nur 7 Minuten bei dessen Nati-Debüt. 5 Minuten später drohte der Anschlusstreffer, nachdem Silvan Widmer nach einem jordanischen Abschluss am Arm getroffen worden war. Nach VAR-Intervention nahm Saggi den Elfmeter indes richtigerweise wieder zurück.
Land unter in St. Gallen
Das Cooling Break 20 Minuten vor Schluss nützte Yakin zur Feinjustierung, fortan stand die Schweiz wieder stabiler. Und in der 78. Minute verwertete Christian Fassnacht einen haarsträubenden Fehlpass der Gäste zum Schlussergebnis von 4:1.
Wenig später öffnete der Himmel seine Schleusen und der Regen prasselte in St. Gallen nieder, dazu zuckten Blitze am Himmel. In der 88. Minute wurde die Partie schliesslich wegen Sicherheitsbedenken unterbrochen. Während sich die Spieler nach einer kurzen Ehrenrunde zunächst in die Katakomben verzogen, sorgten die verbliebenen Fans für Stimmung. Nicht wenige rechneten mit einem Abbruch, doch die verbliebenen 3 Minuten wurden auf durchnässtem Rasen tatsächlich noch zu Ende gespielt.
So dürfte die Nati trotz indisponierter 2. Halbzeit mit gutem Gefühl und einer irrwitzigen Story im Gepäck in die USA reisen. Und Yakin mit der Erkenntnis, dass der 1. Anzug sitzt, auch wenn wichtige Spieler wie Gregor Kobel, Fabian Rieder oder Noah Okafor angeschlagen fehlen.
So geht es weiter
Bevor das WM-Abenteuer beginnt, gewährt Nati-Trainer Murat Yakin seinen Schützlingen eineinhalb freie Tage zuhause. Am Dienstag um 13:10 Uhr hebt das Flugzeug von Zürich in Richtung Los Angeles ab. Von da geht es weiter nach San Diego, wo die Schweizer ihr WM-Quartier aufschlagen werden. Am 6. Juni folgt der letzte WM-Test in den USA gegen Australien, bevor es am 13. Juni um 21:00 Uhr an der WM gegen Katar ernst gilt.