Lionel Messi hätte nach dem WM-Titel 2022 in Katar die Chance gehabt, auf dem absoluten Höhepunkt seiner Karriere einen Schlussstrich zu ziehen und zumindest aus dem Nationalteam zurückzutreten.
Doch er konnte es nicht. Zu gross war seine Liebe zum Fussball im Allgemeinen. Zu gross war seine Liebe zur «Albiceleste» im Speziellen.
Letzter Tanz auf der grössten Bühne
Und so kommt die Fussball-Welt an der WM 2026 in den Genuss, den Ausnahmekönner noch ein letztes Mal auf der grösstmöglichen Bühne zu bestaunen. Die finale Mission von Messi: Die erfolgreiche Titelverteidigung mit Argentinien. Ein Unterfangen, welches in der bald 100-jährigen WM-Geschichte erst zwei anderen Nationen glückte: Italien triumphierte 1934 und 1938, Brasilien 1958 und 1962.
Man darf gespannt sein, in welcher Verfassung sich Messi in den USA, Kanada und Mexiko präsentiert. Mit inzwischen fast 39 Jahren hat der «Zauberfloh» im Vergleich zu seinen besten Zeiten zwar an Spritzigkeit eingebüsst. Seine Genialität ist aber kaum in die Jahre gekommen, Messi besitzt weiterhin die Fähigkeit, Spiele im Alleingang zu entscheiden.
Wie steht es um die Fitness?
Die Fähigkeit wird auch nötig sein, will Argentinien den Coup von 2022 wiederholen. Der Titelverteidiger gehört heuer eher zu den Mit- denn Topfavoriten. Auch, weil hinter der Fitness und der Form einiger Schlüsselspieler ein Fragezeichen steht.
Goalie Emiliano Martinez brach sich im Europa-League-Final mit Aston Villa gegen Freiburg (3:0) einen Finger und ist zumindest für den Start der WM fraglich. Mittelfeldstratege Enzo Fernandez (Chelsea) und Stürmer Julian Alvarez (Atletico Madrid) kommen aus persönlich eher durchzogenen Spielzeiten mit ihren Klubs zur WM. Und bei Messi stellt sich ganz grundsätzlich die Frage nach der Fitness. Einerseits seines Alters wegen und andererseits, weil er seit drei Jahren «nur» noch in der MLS aktiv ist.
Erstes WM-Duell mit Algerien
Zum Auftakt geht es für Argentinien gegen Algerien. Dieses Duell gab es an Weltmeisterschaften noch nie. Einzig in einem Testspiel sind sich die beiden Nationen gegenübergestanden. 2007 gewann Argentinien mit 4:3 – Messi schoss dabei seinen allerersten Doppelpack im Dress der «Albiceleste».
Argentinien steigt als klarer Favorit in die Partie gegen Algerien. Doch selbst im Falle einer Niederlage würde das Team von Trainer Lionel Scaloni kaum in Panik verfallen. Vor vier Jahren verloren die Argentinier ihr Auftaktspiel überraschend gegen Saudi-Arabien, nur um knapp einen Monat später dennoch die WM-Trophäe in die Höhe zu strecken.