«Vor dem letzten Spiel mit Düsseldorf ist das Telefon von ‹Muri› gekommen», erzählt Cedric Itten im Interview mit SRF. Der 29-Jährige befindet sich aktuell im WM-Vorbereitungscamp der Nati in St. Gallen und freut sich auf seinen ersten Grossanlass: «Es ist eine riesige Sehnsucht, die gestillt wird.»
Beim angesprochenen Anruf von Nati-Trainer Murat Yakin sei er gerade im Training gewesen und noch auf die Folter gespannt worden: «Wir haben zuerst etwas miteinander geredet und die 1-2 Minuten, bis er mir gesagt hat, dass ich definitiv dabei bin, haben sich ewig angefühlt.»
Auf Ekstase folgt Ernüchterung
«Wenn man in der Quali dabei ist und Tore schiessen kann, dann wünscht man sich, am grossen Turnier dabei zu sein. Das habe ich 2-3 Mal knapp verpasst. Das macht es jetzt gerade nochmals schöner», führt Itten aus und fasst zusammen: «Eine WM in den USA: Viel besser geht's nicht.»
Dabei ist für den 13-fachen Nationalspieler in dieser Saison nicht alles nach Plan gelaufen. Im letzten Sommer wagte er von YB zum 2. Mal in seiner Karriere den Sprung ins Ausland – in die 2. Bundesliga zu Fortuna Düsseldorf. Das klare Ziel sei der Aufstieg ins Oberhaus gewesen, doch am Ende trat das ernüchternde Gegenteil ein: Der Abstieg in die 3. Bundesliga.
Ungewisse Zukunft
Im letzten und entscheidenden Spiel, einem 0:3 beim direkten Konkurrenten Greuter Fürth, fehlte Itten gelbgesperrt und wurde schmerzlich vermisst. Denn der Schweizer war mit 15 Saisontreffern aus 30 Spielen einer der einzigen Spieler, die bei der Fortuna zu überzeugen wussten.
Aktuell wäre schon die Bundesliga das Ziel
«Ich habe persönlich eine meiner besten Saisons gespielt», sagt Itten selbst. Aber am Ende sei der Abstieg natürlich extrem bitter gewesen. Seine Zukunft dürfte jedoch kaum in Düsseldorf liegen. «Aktuell wäre schon die Bundesliga das Ziel», verrät der Basler. «Doch der Fokus liegt jetzt komplett auf der WM, aber mein Berater-Team ist natürlich dran.»
Joker-Rolle in der Nati
Auch seiner Rolle in der Nati ist sich Itten bewusst. Breel Embolo ist unter normalen Umständen als Mittelstürmer gesetzt und Itten dürfte wohl maximal als Joker zum Einsatz kommen. In der Nati durfte er zuletzt im Oktober 2023 von Beginn weg ran.
«Die Rolle war auch schon in der Quali klar. Aber ich habe gezeigt, dass ich, wenn ich reinkomme, jederzeit ein Tor schiessen kann, immer vollen Einsatz gebe und ein Teamplayer bin», erklärt Itten. Er will einfach «die Jungs unterstützen und ready sein, wenn es mich braucht».