Kevin De Bruyne musste da mal was loswerden. Natürlich werde er «niemals wieder der Kevin von vor acht, neun Jahren sein». Aber ein «has-been»? Das ging dann wohl doch zu weit. «Ich weiss, welche Arbeit ich leiste, um hier auf dem bestmöglichen Niveau zu sein», betonte De Bruyne nach dem 5:1-Sieg über Neuseeland, der Belgien doch noch den Gruppensieg einbrachte. «Darauf bin ich stolz.»
Die Routiniers können es noch
Nach den dürftigen Unentschieden gegen Ägypten (1:1) und den Iran (0:0) war der Ton in den belgischen Medien deutlich schärfer geworden. Nicht ganz überraschend traf die Kritik vor allem die «alte Garde». Neben De Bruyne, der einen Tag vor seinem 35. Geburtstag das zwischenzeitliche 3:0 markierte, trafen mit Leandro Trossard (2) und Romelu Lukaku gegen Neuseeland aber auch zwei andere Ü30-Akteure.
Zeit also, um mit den Kritikern abzurechnen. «Wenn man als Land das Glück hat, Spieler dieses Kalibers zu haben, dann feuert man sie an», sagte Trainer Rudi Garcia. «Sie haben geantwortet. Voilà, das ist es, was die alten Herren Belgiens draufhaben.»
Keine «Altersdiskriminierung» beim Senegal
Interessanterweise sind die erfahrenen Akteure auch beim Sechzehntelfinal-Gegner ein Thema. Sadio Mané, der unbestrittene Star des Teams, hat dem Turnier seinen Stempel noch nicht aufdrücken können. Ein Treffer blieb ihm auch zum Vorrunden-Abschluss gegen den Irak (5:0) verwehrt.
Natürlich sei der 34-Jährige, der zusammen mit Cristiano Ronaldo bei Al-Nassr in Saudi-Arabien spielt, «nicht mehr ganz so flink wie mit 25», sagte der frühere senegalesische Stürmer El Hadji Diouf. Um dann aber anzufügen: «Mit ihm auf dem Platz steigen unsere Chancen, ein Spiel zu gewinnen.»
Mané, der 2022 in Katar verletzt fehlte, dürfte seine letzte WM bestreiten. Auch Innenverteidiger Kalidou Koulibaly (35) oder Rekordnationalspieler Idrissa Gueye (36) stehen vor dem Abschied.
Neue Generation steht bereit
Auch wenn der Umbruch wohl erst nach dem Turnier in Nordamerika vollzogen wird: Beiden Nationen gemein ist zudem, dass es an nachstossenden Talenten nicht mangelt. Bei Belgien dürfen Spieler wie Zeno Debast (22, Sporting Lissabon) oder Matias Fernandez-Pardo (21, Lille) WM-Luft schnuppern, beim Senegal gehört die Zukunft Ibrahim Mbaye (18, PSG) oder Mamadou Sarr (20, Chelsea).