«Xhaka schlägt Alarm», schreibt Watson, von «einem Captain, der die Sinne schärft» der Tages-Anzeiger: Granit Xhaka beherrschte nach dem mageren 1:1 der Schweiz im letzten WM-Test gegen Australien die Schlagzeilen.
Die Aussagen des Nati-Leitwolfs waren pointiert, ganz leicht zurückhaltender als auch schon, aber durchaus aufrüttelnd. Mit «so darfst du nicht auftreten» oder «wir müssen aufwachen» mahnte Xhaka im SRF-Interview, inklusive Spitze (wohl) in Richtung Staff: «Es gab Sachen, die diese Woche nicht gut waren».
In den Schweizer Medien wurde das Interview des Nati-Captains durchaus positiv wahrgenommen. So titelte die Luzerner Zeitung «Endlich Unruhe» und: «Granit Xhaka lupft's den Hut. Das kann der Nati nur guttun».
Man muss aufpassen, dass die gesunde Dominanz nicht zu einer Arroganz oder Überheblichkeit wird.
Auch weitere Medien strichen die Vorzüge dieses verbalen Aufrüttlers heraus:
- Tages-Anzeiger: «Xhaka ist lange genug dabei, um zu wissen, wann er was wie in welcher Form und in welcher Lautstärke ansprechen muss. Er weiss um die Tragkraft seiner Worte. Und er weiss genau, was er bewirken will: Der Captain will der Schweizer Delegation die Sinne schärfen, ehe am Samstag das Turnier beginnt.»
- 20 Minuten: «Xhaka mit Larifari-Vorwurf, Yakin entspannt. Das war bereits 2023 in der EM-Quali der Fall. Damals haben sich die beiden Alphatiere öffentlich gezofft und danach ausgesprochen. [...] 2023 war nicht der erste Zwist der beiden. Und immer ist es am Ende gut herausgekommen. [...] Xhakas Larifari-Vorwurf dürfen wir also getrost als gutes Omen für die WM werten.»
Die notwendige Reibung erzeugen
Im Nachgespräch zur Partie in San Diego nahmen sich auch SRF-Moderator Paddy Kälin und SRF-Experte Beni Huggel der Thematik an. Für Huggel, selber 41-facher Nationalspieler, könnten solche Äusserungen die Reibung sein, die es noch braucht.
«Es ist ein guter Weckruf zur richtigen Zeit. Ich finde es gut, dass er es öffentlich macht, dass er aber auch niemanden direkt beschuldigt. Er bezieht sich in dieser Kritik auch selber mit ein», so Huggel.
Mit Blerim Dzemaili stellte sich im Blick ein weiterer Ex-Nati-Spieler (69 Länderspiele) hinter Xhakas Reaktion. «Ich war auch immer so.» Allerdings warnte der 40-Jährige: «Man muss aufpassen, dass die gesunde Dominanz nicht zu einer Arroganz oder Überheblichkeit wird.»