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Legende: Video 3 Mal VAR - 3 Mal wird der Penalty wiederholt abspielen. Laufzeit 01:42 Minuten.
Aus Sport-Clip vom 20.06.2019.
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Der VAR steht im Mittelpunkt Neue Penalty-Regel sorgt für rote Köpfe

Am 1. Juni wurde eine neue Penalty-Regel zum Wohle der TorhüterInnen eingeführt. Doch nun erhitzt sie die Gemüter.

Die Bilder gingen in den letzten Tagen um die Welt: Ein Elfmeter bei der Frauen-WM muss wiederholt werden, weil sich die Torhüterin zu früh von der Linie bewegt hat. Diesen Entscheid fällt die Schiedsrichterin nach Konsultation des Videobeweises. Gesehen im Spiel Italien gegen Jamaika, Frankreich gegen Nigeria, gesehen bei Schottland gegen Argentinien. (siehe Video oben)

Grund für die Aufregung ist eine Regel, die per 1. Juni eingeführt wurde. Neu müssen die Keeper im Moment der Ausführung eines Strafstosses nur noch mit einem Fuss die Linie berühren. Früher waren es beide. Mithilfe des Video Assistant Referees (VAR) wird nun ganz genau hingeschaut – und so manch fragwürdiger Entscheid gefällt.

Tatjana Haenni, Ressortleiterin Frauen- und Mädchenfussball beim Schweizerischen Fussballverband, stört sich am Zeitpunkt der Regeleinführung. «Es sind Änderungen, die zum Teil fast schon dramatische Auswirkungen haben. Daran gewöhnt sich eine Spielerin nicht in ein paar Wochen.»

Ich kann mir nicht vorstellen, dass man bei einer Männer-WM auch so entschieden hätte.
Autor: Tatjana HänniRessortleiterin Frauenfussball SFV

Haenni hätte es begrüsst, wenn man mit der Umsetzung noch bis nach dem Turnier gewartet hätte. «Wir sprechen hier schliesslich von einer WM.» Die Verantwortlichen hätten schlicht unterschätzt, was man mit den Anpassungen auslösen würde. «Ich kann mir nicht vorstellen, dass man bei einer Männer-WM auch so entschieden hätte», so Haenni weiter.

VAR grundsätzlich eine Bereicherung

Diese Kritik sei aber nicht am VAR selbst zu verstehen, betont Haenni. Die Einführung des Videoschiedsrichters begrüsst sie. «Im Zeichen der Wertschätzung und der Professionalisierung des Frauenfussballs ist es ein wichtiger Schritt», so die Expertin.

Wie in Zukunft vermieden werden kann, dass der Frauenfussball als Spielfeld für «Experimente» genutzt wird, erklärt Haenni im Audiobeitrag:

Sendebezug: srf.ch/sport, Livestream, 19.6.2019, 20:50 Uhr

26 Kommentare

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  • Kommentar von Martin Gebauer  (Gebi)
    Für die Torhüter*innen ist mehr Bewegungsfreiheit beim Penalty grundsätzlich zu begrüssen. In der Praxis war es so, dass sich beim Penalty alle Goalies jeweils zu früh bewegt haben. Die Einführung einer Zone, in der sich der Goalie beim Penalty frei bewegen darf, wäre realistischer gewesen. Die Bewegungsabläufe sind bei Goalies jahrelang eingeübt und total intuitiv, sie lassen sich nicht innert weniger Tage ändern.
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  • Kommentar von Josef Spichtig  (Jsp)
    Bin mal gespannt wie lange ein Elfmeterschießen geht
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  • Kommentar von Arturo Di Cani  (Third_Lanark)
    Es gibt zwei Faktoren: 1. Die Regeländerung macht es den Torhütern auf dem Papier einfacher, einen Elfmeter zu halten, da sie bisher mit beiden Füssen und neu nur noch mit einem Fuss auf der Linie stehen müssen. 2. Die Einhaltung der Regel wird neu per Videobeweis konsequent kontrolliert, was zur Folge hat, dass kleinliche Entscheidungen gefällt werden, da kein Ermessensspielraum mehr da ist. Da Faktor 1 deutlich mehr ins Gewicht fällt als Faktor 2 werden deutlich mehr Elfmeter wiederholt.
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