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Umfangreiches Bewerbungs-Dossier und viel Motivation (Radio SRF 1)
Aus Fussball vom 22.03.2022.
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Frauenfussball-EM 2025 Die Schweiz kandidiert – und geht mit 11 Stadien ins Rennen

Am Mittwoch reicht der SFV die formelle Kandidatur bei der Uefa ein. Bis zur definitiven Eingabe bleibt viel zu tun.

Eine erste Idee war im letzten Sommer da, gefolgt von vielen Gesprächen und Abklärungen im Herbst. Im Dezember fällten die SFV-Verantwortlichen schliesslich den definitiven Entscheid: Die Schweiz kandidiert für die Frauenfussball-EM 2025.

Eine EM in der Schweiz wäre eine unglaubliche Chance und hätte für die Wirtschaft, den Tourismus und die ganze Sportlandschaft einen grossen Nutzen.
Autor: Tatjana Haenni Direktorin Frauenfussball beim SFV

«Seit Januar sind wir mit Vollgas in der Projektarbeit drin», sagt Tatjana Haenni. Die Direktorin Frauenfussball ist zusammen mit der Projektleiterin Marion Daube verantwortlich für die Kandidatur. Am Anfang habe es auch einen Austausch mit Nachbarländern gegeben.

«Wir haben dann aber gemerkt, dass wir eine Kandidatur durchaus alleine stemmen können», sagt Haenni. «Eine EM in der Schweiz wäre eine unglaubliche Chance und hätte für die Wirtschaft, den Tourismus und die ganze Sportlandschaft einen grossen Nutzen. Unsere Begeisterung für das Projekt ist gross.»

Nicht nur die Schweiz will das Turnier austragen

Zehn Punkte umfasst das umfangreiche Dossier, das der SFV der Uefa einreichen muss. Die erste formale Eingabe erfolgt nun im März; sie umfasst laut Haenni alle Möglichkeiten. Die definitive und detailliere Version wird dann im Oktober eingereicht, im Dezember entscheidet das Uefa-Exekutivkomitee über die Vergabe.

Der stärkste Konkurrent dürfte aus dem hohen Norden kommen: Dänemark, Schweden, Finnland und Norwegen planen ein gemeinsames Turnier. Zudem haben auch Frankreich, Polen und die Ukraine Kandidaturen angekündigt. Wobei im Fall der Ukraine aufgrund des Krieges eine definitive Kandidatur nun ausgeschlossen werden muss.

«Ich finde die Chancen schwierig zu beurteilen. Da spielen viele politische Faktoren eine Rolle. Wir wollen für uns die beste Kandidatur eingeben und glauben, dass wir aufgrund dessen, was wir als Schweiz bieten können, für die Uefa eine valable Kandidatin sind», sagt Haenni, die sich für das Dossier unter anderem um Fragen zu Transport, Nachhaltigkeit und rechtlichen Angelegenheiten kümmert.

Knackpunkt Naturrasen

Das Hauptaugenmerk liegt aber auf den Stadien: Anfänglich kamen dreizehn Städte als Austragungsorte infrage. Neuenburg hat sich freiwillig zurückgezogen, die Lausanner Pontaise kommt auch nicht mehr in Frage. Somit verbleiben Basel, Bern, Genf, Zürich, St. Gallen, Luzern, Sion, Thun, Lausanne, Schaffhausen und Vaduz.

Der Knackpunkt: Nicht in all den betreffenden Stadien liegt Naturrasen – was jedoch eine klare Vorgabe der Uefa ist. Das weiss auch Haenni, die bereits eine Lösung parat hat: «Von anderen Anlässen weiss man, dass für eine begrenzte Dauer Naturrasen über Kunstrasen gelegt werden kann. Das ist mit Kosten verbunden, aber logistisch möglich.»

Erhält die Schweiz den Zuschlag für die Euro 2025, würde wohl auch im Sittener Tourbillon gespielt.
Legende: Frauenfussball-EM vor spezieller Kullisse? Erhält die Schweiz den Zuschlag für die Euro 2025, würde wohl auch im Sittener Tourbillon gespielt. Freshfocus / Urs Lindt

Ob und in welchen Stadien ein solches Verfahren zur Anwendung kommen würde, ist im Detail noch nicht geklärt. Dafür haben die Verantwortlichen noch bis zum Oktober und der definitiven Eingabe der Kandidatur Zeit.

Haenni hofft, dass die Schweiz die EM 2025 ausrichten wird: «Das wäre eine grosse Chance für den ganzen Fussball in der Schweiz. Für jeden Verein, alle Funktionäre und vor allem die vielen fussballbegeisterten Mädchen.»

Radio SRF 1, Abendbulletin, 22.03.2022, 18:45 Uhr

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24 Kommentare

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  • Kommentar von Frank Henchler  (Die Wahrheit ist oft unbequem)
    In Sachen Stadien, deren Belag, Kapazität, Standards etc. sind sämtliche Stadien der Schweiz nicht für solche Grossanlässe geeignet. Da kann man, auch wenn Herr und Frau Schweizer gerne dazu neigen, ganz und gar nichts Schönreden.
  • Kommentar von Francis Waeber  (Francis Waeber)
    Komisch, die Grünen laufen doch sonst gegen jede Sport-Grossveranstaltung Sturm. Warum nicht gegen diese?....;-))
    1. Antwort von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
      Vielleicht weil die Stadien schon stehen, Herr Waeber.
    2. Antwort von Markus Hunziker  (MH1)
      Ich verstehe ihr Problem nicht. Haben sie ein Problem damit, dass sich die Grünen noch nicht negativ geäussert haben? Wieso?
    3. Antwort von Francis Waeber  (Francis Waeber)
      Im Gegenteil Herr Hunziker. Ich denke es geht dabei um "political correctness". Sind das dieselben Stadien gegen deren Bau Grüne unterstützt von NGO's noch und nöcher Einsprachen eingelegt haben, Herr Meyer?...;-))
    4. Antwort von Boris Weibel  (Boris Weibel)
      Weil es eine FAUENfussball EM Kandidatur ist!
    5. Antwort von Brönnimann David  (Malesh)
      Ist doch klar, Waeber: Weil bei einer Frauen-WM das Plastikgrün in Bern zumindest temporär wieder organisches Grün ist. Quasi eine Mini-Renaturierung.
      Moment, das hätte ich fast vergessen:
      ;-))
    6. Antwort von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
      Gegen 11 Stadien Einsprachen erhoben, Herr Waeber? Hätten Sie da Quellen?
  • Kommentar von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
    Das ist seit langem eine Kandidatur, die ich unterstütze. Frauenfussball in den Fokus stellen um zu zeigen, he hallo, in dieser Sportart sind Frauen wirklich gut. Die beste Reklame sind attraktive Spiele. Das Problem des Kunstrasens scheint lösbar zu sein, somit steht dieses "Problem" nicht im Mittelpunkt.
    1. Antwort von Markus Hunziker  (MH1)
      Ich hoffe, diese Stadien werden auf Naturrasen umgerüstet, und bleiben gleich dabei!
    2. Antwort von Josef Graf  (Josef Graf)
      Herr Meyer, in welcher Form leisten Sie Unterstützung für diese Kandidatur und/oder für den Frauenfussball?
    3. Antwort von Martin Gebauer  (Mäde)
      Frauen und Männerfussball sind zwei verschiedene Sportarten. Der Niveauunterschied ist unglaublich gross. Die Nachwuchsförderung hat aber in den letzten Jahren erst so richtig Fahrt aufgenommen. Es braucht unbedingt noch mehr Konkurrenz. In der Women's Super League sind aktuell 5 Vereine konkurrenzfähig (FCZ, Servette, GC, Basel, St. Gallen), der Rest ist um Welten zurück.
    4. Antwort von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
      Herr Graf, Im Sinne der Gleichberechtigung meine Stimme und mein Interesse.
    5. Antwort von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
      "...um Welten zurück" und genau aus diesem Grund ist die Bewerbung als Austragungsland positiv, Herr Gebauer. Und Ihr Problem ist ausschliesslich der Kunstrasen mit der Forderung, dass "YB ein Trainingscenter erhält". Also die Bewerbung der Frauen soll es richten, damit die Männer ein Trainingscenter bekommen, obwohl das "Problem" Kunstrasen anderweitig lösbar wäre. Ich finde das mehr als schräg. Ja, und es ärgert mich.
    6. Antwort von Martin Gebauer  (Mäde)
      @Meyer: Als ehemaliger Trainer eines Frauenteams habe ich zumindest etwas für die Entwicklung des Frauenfussballs getan. Und sie? Auf höchstem Niveau kann mich der Frauenfussball aber nicht begeistern, das gebe ich ehrlich zu. Mir fehlt die Athletik, die Intensität und die taktische Variabilität. Frauenfussball wird leider immer an dem gemessen werden, was wir von den Männern sehen. Und auch wenn die Frauen besser werden, sie werden in diesem Vergleich nie mit den Männern mithalten können.
    7. Antwort von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
      Herr Gebauer, Sie gehen überhaupt nicht auf meine Kritikpunkte ein. Dass Sie den Frauenfussball in keiner Art und Weise ebenbürtig finden, habe ich bereits durch Ihren ersten Kommentar verstanden. Also nochmals, warum bitte muss die Frauenbewerbung hinhalten damit YB einen Rasen und ein Trainingscenter erhält?
    8. Antwort von Martin Gebauer  (Mäde)
      @Meyer: YB braucht ein Trainingszentrum, damit der Nachwuchs würdige und beste Bedingungen hat. Dazu gehören auch die Berner Frauenteams. Heute muss das Wankdorf auch als Trainingsplatz missbraucht werden. Für mich ist dieses tolle Stadion DAS Nationalstadion und da gehört Rasen rein. Haben sie es nun begriffen?
    9. Antwort von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
      Herr Gebauer, Sie brauchen mit Ihrem letzten Satz nicht so abfällig zu schreiben. Sie hätten problemlos früher antworten können.