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GC mit hohen Ambitionen im Frauenfussball
Aus sportpanorama vom 07.02.2021.
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Hohe Saläre, lange Verträge GC investiert ehrgeizig in den Frauenfussball

Die Grasshoppers zünden im Frauenfussball eine neue Stufe – die verärgerte Konkurrenz findet, GC wildere und wuchere.

Bewegung im Schweizer Frauenfussball: Die Grasshoppers haben grosse Pläne mit ihrer Frauenabteilung. Im Sommer soll das Projekt mit neuem Vorstand und viel Geld lanciert werden.

«Wir wollen vorwärtskommen und uns nachhaltig weiterentwickeln», sagt Johannes Moos, neuer Sportchef der GC-Frauen. «Ein entscheidender Pfeiler wird der Nachwuchs sein. Das Projekt soll keine Eintagsfliege sein, sondern sich über mehrere Jahre entfalten.»

Ein absolutes Novum

Noch wird nicht offengelegt, wer genau hinter dem neuen Projekt steht. Sicher ist: Neues Vorstandsmitglied und Geldgeber ist Heinz Spross, zuvor langjähriger Mäzen der Männer. Er will nun die Frauen finanziell unterstützen.

Die Spielerinnen leisten sehr viel für ihr Hobby, deshalb wollen wir sie entlöhnen.
Autor: Johannes MoosSportchef der GC-Frauen

Geld soll dabei vor allem auch in die Spielerinnensaläre fliessen. Moos bestätigt keine Zahlen, doch es stehen Summen von 2500 bis 6000 Franken im Raum – pro Monat. Das wäre ein absolutes Novum im Schweizer Frauenfussball, in dem bisher ein Grossteil der Akteurinnen schlicht nichts verdiente. Es gab höchstens Punkteprämien und Spesen. Erhielt eine Nationalspielerin mal 1000 Franken im Monat, war das schon viel.

GC will also neue Dimensionen eröffnen. «Die Spielerinnen leisten sehr viel für ihr Hobby», sagt Sportchef Moos, «deshalb wollen wir sie entlöhnen, damit sie professionelle Bedingungen vorfinden und sich besser erholen können. Unser Ziel ist, dass talentierte Spielerinnen mit einem guten Setting auch den Sprung ins Ausland schaffen können.»

Bleibt der Sportsgeist auf der Strecke?

Was meint die Konkurrenz? Es sei grundsätzlich positiv, dass jemand sich im Frauenfussball engagieren möchte, findet FCZ-Geschäftsführerin Marion Daube. Sie stört sich allerdings an der Vorgehensweise von GC. Kurz vor Rückrundenstart wurden Spielerinnen von Zürich, St. Gallen und Luzern kontaktiert mit dem Ziel, sie per sofort verpflichten zu wollen.

Für uns als Verband ist vor allem wichtig, dass die Nachhaltigkeit und Nachwuchsförderung da sind.
Autor: Tatjana HaenniDirektorin Frauenfussball

Der Klub wurde lediglich per E-Mail darüber informiert, ohne persönlichen Kontakt. «Ich finde es keinen Sportsgeist, wenn man drei Tage vor Rückrundenstart vier Spielerinnen kontaktiert und versucht, sie abzuwerben. Das schon auf die Rückrunde hin», sagt Daube. «Das ist sicher ein Vorgehen, das unüblich ist und uns überrascht.»

Tatjana Haenni gibt auf einem Podium Auskunft.
Legende: Erfreut, aber wachsam So begegnet Tatjana Haenni, die Direktorin Frauenfussball im SFV, den GC-Visionen. Keystone

Von der Grundidee her kommt das Projekt aus Grasshopper-Kreisen auch beim Schweizerischen Fussballverband gut an: «Es freut uns, dass ein Traditionsklub wie GC die Ambition hat, in der Spitze mitzumachen. Das finden wir eine gute Nachricht», sagt Tatjana Haenni, Direktorin Frauenfussball. Ihr Vorbehalt ist, dass ein solches Projekt dann auch wirklich von Dauer sein müsste: «Für uns als Verband ist vor allem wichtig, dass die Nachhaltigkeit und Nachwuchsförderung da sind. Das sind für uns elementare Ziele.»

SRF zwei, «sportpanorama», 07.02.2021 19:00 Uhr

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Danny Kinda  (Kinda)
    Das der FF Fahrt aufnimmt war ein logischer Schluss nachdem die Industrie erkannte, dass der Männerfussball nicht mehr weiter aufgeblasen und weitere Milliardenbeträge umgesetzt werden können mit den x Wettbewerben und Länderspielen. So wird nun eben - auch aus politischen Gründen der Frauenfussball aufgeblasen. Die Frage ist aber ob sich das Engagement am Ende rechnet. Ich selbst will ich nicht noch mehr Fussball konsumieren und so bleibe ich beim MF.
  • Kommentar von Matthias Sommer  (abcdef)
    Wird in den Frauen-Fussball investiert, ist's nicht recht. Wird's nicht getan, ist's auch nicht recht. Meine Güte... Ich für meinen Teil hätte zwar lieber, wenn die Geldgeber im GC-Frauenfussball wieder wie früher auch bei den GC-Männern finanzieren würden (allen voran Spross, der seit ca. 2 Jahren viel in den GC-Frauenfussball investiert), aber die generelle Kritik an den Investitionen in den Frauenfussball kann ich nicht nachvollziehen.
  • Kommentar von Tanja Pilgrim  (Tanja Pilgrim)
    Tolle Nachricht! Die Super League Frauen brauchen für gleichen Trainings- und Spielaufwand auch die gleichen Möglichkeiten, Unterstützung und Anerkennung für ihre Arbeit, wie die Männer.
    Mit der jetzigen Doppelbelastung (60-70 Std./W) mit Arbeit und Sport ist das Verletzungsrisiko zudem maximal erhöht.
    Als Profis mit Lohn können die Frauen fokussiert Fussball spielen und sich weiterentwickeln und nur so kann der Schweizer Frauenfussball in Zukunft mit der europäischen Konkurrenz mithalten.