Auf dem Papier liest sich die Schweizer Bilanz nach der ersten Phase der WM-Qualifikation hervorragend. Sechs Spiele, fünf Siege, ein Unentschieden und ein Torverhältnis von 18:5 ergaben den souveränen Gruppensieg. In der Liga B war kein Team besser, was den weiteren Weg an die WM 2027 in Brasilien etwas erleichtert.
Auch SRF-Expertin Rachel Rinast zieht nach der ersten Pflichtspielperiode unter dem neuen Coach Rafel Navarro eine positive Bilanz. Kritisch betrachtet hätte es Licht und Schatten gegeben, allerdings seien die Lichtmomente deutlich häufiger gewesen.
Vor allem der berauschende 6:1-Sieg gegen Malta hat Rinast beeindruckt. «Man hatte das Gefühl, dass es dort unter Navarro ‹Klick› gemacht hat. Die Spielerinnen haben seinen Spielstil verinnerlicht.» Gegen Nordirland seien die Ideen in der 2. Halbzeit hingegen ausgegangen, so Rinast.
Stärkere Gegner kommen erst
Im Grossen und Ganzen sieht die ehemalige Nationalspielerin die Nati aber auf dem richtigen Weg. Die Einwechselspielerinnen hätten jeweils sofort gewusst, was zu tun ist. Rinast gibt allerdings zu bedenken, dass die wirklichen Prüfungen erst noch folgen werden.
Wegen des Abstiegs in die Liga B bekam es die Nati in der ersten Quali-Phase mit – zumindest auf dem Papier – leichten Gegnern zu tun. «Es wird interessant zu sehen sein, wenn man gegen stärkere Teams performen muss.»
Eine Baustelle hat Rinast schon ausgemacht: «Ich habe das Gefühl, dass sich die Viererkette noch nicht ganz gefunden hat, und hoffe, dass auf der linken Seite noch die eine oder andere Spielerin ausprobiert wird.»
Besonders an Noelle Maritz hat Rinast Gefallen gefunden. Gegen Malta agierte sie in der Innenverteidigung, gegen Nordirland beackerte sie die linke Abwehrseite. Aufgrund ihrer Stärke im Spielaufbau sieht Rinast Maritz eher im Zentrum.