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Der Goldjunge Maradona: Aus der Armut zum WM-Captain
Aus Sport-Clip vom 30.10.2020.
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Argentinier wird 60 Jahre alt Diego Maradona – ein Leben zwischen den Extremen

Kaum ein anderer Name steht so sehr für ein Leben zwischen Genie und Wahnsinn wie derjenige von Diego Maradona. Am Freitag feiert er seinen 60. Geburtstag.

Im Alter von 15 Jahren gab er sein Debüt in der ersten Liga Argentiniens, mit 16 war er Nationalspieler, mit 17 Torschützenkönig und als 19-Jähriger erstmals Südamerikas Fussballer des Jahres – Diego Armando Maradona.

Seine Gegenspieler narrte er reihenweise, als Fussballer war der Argentinier so gut wie vielleicht niemand davor oder danach. Am Freitag, 30. Oktober, feiert «Diegito» seinen 60. Geburtstag.

Diego Maradona, hier auf einer Aufnahme im März 2020.
Legende: Geniesst gerne das Bad in der Menge Diego Maradona, hier auf einer Aufnahme im März 2020. Keystone

In Neapel wie Gott verehrt

Die Legende beginnt in der Siedlung Villa Fiorito am Rande von Buenos Aires, wo Maradona früh vom argentinischen Erstligisten Argentinos Juniors entdeckt wurde. Ob er der neue Pelé ist, wollen argentinische Reporter damals von ihm wissen. «Ich bin Maradona, kein neuer Irgendwas. Ich will einfach nur Maradona sein», antwortet der junge «Diegito».

Und das ist ihm ohne Zweifel gelungen. Am Anfang geht noch vieles gut. 1982 wechselt Maradona für eine Rekordablösesumme zum FC Barcelona, zum Halbgott steigt er aber erst zwei Jahre später beim SSC Neapel auf. Er führt die Süditaliener 1987 und 1990 zu den bis heute einzigen Meisterschaften der Klubgeschichte. Mit Argentinien wird er 1986 Weltmeister.

Diego Maradona wird in den 80er-Jahren von Journalisten belagert.
Legende: So etwas wie das Wahrzeichen der Stadt Napoli Diego Maradona wird in den 80er-Jahren von Journalisten belagert. imago images

Eskapaden und gesundheitliche Probleme

Abseits des Platzes wird er genauso unkontrollierbar wie für seine Gegenspieler. Er verfällt dem Kokain, zieht zum Teil von Sonntagabend bis Mittwoch um die Häuser, um danach bis zum nächsten Spiel am Wochenende wieder alles auszuschwitzen. Seine Nationalmannschaftskarriere endet bei der WM 1994 wegen einer zweiten, monatelangen Doping-Sperre durch die Fifa.

Unvergessen sind aber auch die Jahre später erschienenen Bilder vom kugelrunden Maradona mit schrillblonden Haaren. Er scheiterte als TV-Moderator und argentinischer Nationalcoach, verbrachte Wochen in Krankenhäusern, liess sich den Magen verkleinern und schrammte mehrmals knapp am Tod vorbei. All das war und ist auch: Diego Armando Maradona.

Diego Maradona an der WM 2018.
Legende: Liess sich auch in Russland feiern Diego Maradona an der WM 2018. Keystone

Radio SRF 1, Morgengespräch, 30.10.2020 06:20 Uhr;

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Müller  (Krötenprinz)
    Die Trikot-Nummer "10" hätte nach Armando Diego Maradona kein Fussballprofi mehr tragen dürfen. Er war der Grösste!
  • Kommentar von Roger Pellaton  (ThePelikan)
    Der meistüberschätzte Spieler aller Zeiten. Er hatte absolut grandiose Szenen, eine stupende Technik und ein überragendes Antizipationsvermögen. Das haben aber viele andere Spieler auch. Bei Diegito kam halt noch das nicht zu übersehende Quentchen Wahnsinn dazu, das ihn vor allem für die Medien interessant machte. Und die berichten bis heute über ihn, obwohl er schon seit Jahrzehnten nichts Brauchbares mehr hinbekommen hat. Heute empfinde ich vor allem Mitleid für ihn. Das machen andere besser.
    1. Antwort von Eric Mischler  (Eric27)
      Er mag ein verrückter Kerl sein aber seine fußballerischen Qualitäten waren einmalig. Definitiv unter den besten 3-4 ever. Sie haben ihn wohl nie spielen sehen oder verstehen nichts von Fußball ansonsten Sie kaum so einen Kommentar raushauen würden.
  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Fortsetzung: ...aber ich möchte ihn so in Erinnerung haben, wie er als Fussballartist war, der z.B. mit seinem halb verdeckten butterweichen, instinktiv richtig getimeten Assist Burruchaga auf die „Reise“ schickte, der dann das Siegestor im WM-Final 1986 gegen Deutschland schoss. Herrlich! Es sind of Exzentriker, nicht in den Griff zu Bekommenden, die eben Fussballkünstler sind und auf dem Fussballplatz nicht auszurechnen sind. Auguri, Diego!