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Eine Penalty-Finte für die Ewigkeit: Panenka und sein Moment
Aus Sport-Clip vom 20.06.2020.
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«Blick zurück»: 20. Juni 1976 Panenka, der legendärste aller Penaltys

Kaum eine Aktion im Fussball hat sich mehr ins kollektive Gedächtnis eingeprägt als der raffinierte Elfmeter vor 44 Jahren.

Antonin Panenka war kein Weltstar. Der Tscheche spielte in seiner gesamten Karriere (1967 – 1994) ausschliesslich in der damaligen Tschechoslowakei und in Österreich. Doch der heute 72-Jährige schoss am 20. Juni 1976 einen Elfmeter so cool und lässig, wie es die Welt bis dahin noch nicht gesehen hatte.

Zuerst Hoeness' Fehlschuss ...

Der Ort war Belgrad, die Affiche das EM-Endspiel zwischen der Tschechoslowakei und dem amtierenden Weltmeister Deutschland. Nach der Verlängerung stand es 2:2 – und erstmals an einem grossen Turnier musste das neu eingeführte Penaltyschiessen die Entscheidung bringen.

Dort sorgte Uli Hoeness für den 1. Aufreger, als er den 4. deutschen Elfmeter in den Belgrader Nachthimmel drosch. Danach schritt Panenka zur Tat.

Antonin Panenka bei seinem Penalty 1976.
Legende: Sepp Maier in die Irre geführt Antonin Panenka sagte später zu seinem Penalty: «Ein Torhüter, der bereits auf dem Weg in eine Ecke ist, kann nicht mehr zurück. Das war die Basis meiner Philosophie.» imago images

... und dann Panenkas Geniestreich

Panenka setzte den Ball auf den Punkt und nahm Anlauf. Viel Anlauf. Von weit ausserhalb des Sechzehners kam er auf Sepp Maier zugerannt. Der Keeper entschied sich für seine linke Ecke – doch der erwartet «Hammer» kam nicht. Im Gegenteil.

Panenka schob seinen rechten Fuss fast schon zärtlich unter den Ball und chippte das Leder sanft mittig in die Maschen. Die CSSR war Europameister, der Panenka-Penalty geboren – und die Fussball-Welt staunte über dieses Wunder-Tor.

Im Training vielfach geübt

Weniger erstaunt waren Panenkas Teamkollegen. Denn der Mittelfeldspieler mit dem markanten Schnauz hatte diesen Penalty nicht etwa aus einer Laune heraus aus dem Hut gezaubert. In vielen Trainings und sogar einigen Spielen hatte Panenka diese Art des Elfmeterschiessens perfektioniert.

Wäre die digitale Fussball-Berichterstattung 1976 so umfassend wie heute gewesen – Maier wäre wohl informiert gewesen und in der Mitte stehen geblieben. Der Panenka-Penalty hätte so eher unrühmliche Berühmtheit erlangt wie etwa die «Schutzschwalbe» von Andy Möller.

Doch Maier war ebenso perplex wie der Rest der Welt und hechtete ins Leere. Und so kennen wir heute weder den Maradona-Freistoss noch das Pelé-Dribbling – dafür aber den Panenka-Penalty.

Tausendfach kopiert

Nach seiner «Weltpremiere» 1976 wurde Panenkas Penalty bis heute tausendfach kopiert. Vom C-Juniorenspieler in Gümligen bis zu Zinédine Zidane im WM-Final 2006. Doch der Aha-Effekt war nie mehr so gross wie an jenem Abend in Belgrad.

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