Der Schweizer Frauenfussball in der Krise?

Der Schweizer Frauenfussball steht nach der EURO vor grossen Herausforderungen. SFV-Ressortleiterin Franziska Schild und FCZ-Frauen-Präsidentin Tatjana Hänni schätzen die aktuelle Lage ein.

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Der aktuelle Zustand der Frauen-NLA

4:47 min, aus sportpanorama vom 3.9.2017

Franziska Schild will den Teufel nicht an die Wand malen. Zwar ist man beim Schweizer Fussballverband über das Abschneiden der Frauen-Nati an der EURO 2017 enttäuscht, die Qualifikation für zwei Grossanlässe in Folge sei dennoch keine Selbstverständlichkeit. An der nächsten Endrunde müsse aber eine Steigerung folgen.

«  Es besteht das Risiko, den Anschluss zu verpassen. »

Tatjana Hänni
FCZ Frauen-Präsidentin

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«Haben unsere Ziele an der EURO nicht erreicht»

0:48 min, vom 4.9.2017

Ähnlich sieht das Tatjana Hänni vom FC Zürich. An der EURO habe man klar gesehen, dass gewisse Nationen die Schweiz ein- oder sogar überholt haben. Es bestehe das Risiko, dass man den Anschluss an die internationalen Topmannschaften verliere.

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«Die Schweiz muss viel machen, um dran zu bleiben»

0:43 min, vom 4.9.2017

Um den Anschluss zu wahren, brauche es mehr Professionalität und ein verbessertes Zusammenspiel mit dem Männerfussball. Das weiss auch Schild, die als Ressortchefin die gesamte technische Abteilung des Mädchen- und Frauenfussballs leitet.

«  Der Idealzustand wäre eine sehr enge Zusammenarbeit »

Franzsika Schild
SFV-Ressortleiterin

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«Es muss nicht zwingend eine Integration sein»

0:35 min, vom 4.9.2017

Hänni geht noch einen Schritt weiter und fordert, dass jeder Männer-Profiklub Strukturen für den Frauenfussball schaffen müsse.

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«Frauenfussball braucht die Struktur des Männerfussballs»

0:34 min, vom 4.9.2017

Für Schild ist klar, dass der Verband auf der Ebene der Frauen-Nationalmannschaft gut aufgestellt ist. Potenzial sei aber beim Breitenfussball, der Entwicklung und im Klubfussball klar vorhanden.

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«400 Stellenprozent, die sich voll dem Frauenfussball widmen»

1:22 min, vom 4.9.2017

Nicht mehr zeitgemäss sei die Aufstellung des Verbandes, findet derweil Hänni. Vor allem in den Gremien brauche es starke VertreterInnen des Frauenfussballs. So sei der Frauen- und Mädchenfussball bei den gebauten und geplanten acht nationalen Leistungszentren vom Verband komplett aussen vor gelassen worden.

«  Den Frauenfussball gibt es im SFV seit 1993 – es wäre an der Zeit eine Frau in den Gremien zu haben. »

Tatjana Hänni
FCZ Frauen-Präsidentin

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«Der Frauenfussball hat im Verband immer noch ein Schattendasein»

1:16 min, vom 4.9.2017

Was Franziska Schild und Tatjana Hänni zur Redimensionierung der Frauen-NLA sagen, erfahren Sie im Beitrag von «sportpanorama» ganz oben.

Sendebezug: SRF zwei, sportpanorama, 03.09.2017, 18:30 Uhr