Marc Roger und die Bürde der Vergangenheit

Als Präsident und Investor von Servette-Genf hatte Marc Roger den Traditionsklub 2005 innert nur einem Jahr in den Konkurs gestürzt. In der Sportzeitung «L'Équipe» spricht er über die Nachwehen des Skandals.

Marc Roger 2005 in Genf. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Kam als «Retter», ging als Krimineller Marc Roger 2005 in Genf. Keystone

Ungetreue Geschäftsführung und Urkundenfälschung. Ausstehende Lohnzahlungen in Millionenhöhe. Marc Roger hinterliess Servette 2005 als Scherbenhaufen. Eine Freiheitstrafe von 2 Jahren bedingt war die Folge seiner Vergehen.

«  Sie lassen die Macht den Trainern. »

Marc Roger
über französische Klubs

In einem Buch, das seit Mittwoch auf dem Markt ist, hat Roger unter anderem diesen «Höllenritt» in Genf zum Thema gemacht. Im Interview mit der Sportzeitung L'Équipe verrät er, dass er noch heute unter den Folgen leidet. «Wenn man im Gefängnis war, ob schuldig oder unschuldig, schleppt man das ein Leben lang mit», so der 52-Jährige. Klubs, die ihn eigentlich verpflichten wollten, seien davon zurückgeschreckt.

Ein Engagement in Frankreich würde ihn aber nicht mehr interessieren. Zu wenig zielführend sei die Arbeitsweise der Klubs. «Sie lassen die Macht den Trainern, die nur Neuzugänge holen, die sie bereits kennen», kritisiert er. Mit einem russischen Investor hat Roger stattdessen ein Projekt in der 2. englischen Liga in Aussicht.