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Quartierverein Breitenrain träumt von der Challenge League
Aus Sportpanorama vom 27.03.2022.
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Quartierverein mit Ambitionen Was, wenn der FC Breitenrain in die Challenge League aufsteigt?

Der Berner Traditionsklub möchte in die zweithöchste Liga. Doch der Sportplatz Spitalacker genügt den Anforderungen nicht.

Claudio Engeloch, seit sieben Jahren Präsident, braucht nicht viele Worte, um seinen Verein zu beschreiben: «Der FC Breitenrain ist Kult.» Rund tausend Mitglieder zählt der Klub aus der Stadt Bern, etwa die Hälfte davon sind Junioren.

Die erste Mannschaft spielt in der Promotion League, der dritthöchsten Spielklasse – noch. Denn der FC Breitenrain führt die Tabelle an. Nach 22 Spielen ohne Niederlage musste sich der Leader am Samstag zwar im Derby YB II mit 1:2 erstmals geschlagen geben. Doch der Vorsprung auf den ersten Verfolger Bellinzona beträgt fünf Punkte.

Heimstätte inmitten des Wohnquartiers

Die Meisterschaft dauert noch 7 Runden, trotzdem macht man sich in Bern Gedanken, was wäre, wenn …? Sollte ein Aufstieg in die Challenge League gelingen, gelten die Überlegungen vor allem der Heimstätte. Auch die ist Kult: Mitten im Berner Wohnquartier Breitenrain liegt der Sportplatz Spitalacker, genannt «Spitz». Umgeben von Strassen, Wohnblöcken, Verschlägen und hohen Mauern. Im Innern ein Kunstrasenplatz und eine alte, aber schmucke Holztribüne.

Vor über hundert Jahren war der Spitalacker noch das Heimstadion der BSC Young Boys. Die «Gelbschwarzen» feierten dort ihre ersten vier Meistertitel, bis sie während des ersten Weltkrieges weichen mussten, da das Spielfeld für den Kartoffelanbau gebraucht wurde. Danach war der Platz länger unbenutzbar, und die Young Boys fanden etwa zwei Kilometer nordöstlich im Raum Wankdorf eine dauerhafte Bleibe.

Der Spitalacker in Bern.
Legende: Ein Bild aus alten Zeiten Der Spitalacker in Bern. ZVG

1922 fand auf dem «Spitz» sogar ein Länderspiel statt, das die Schweiz gegen die Niederlande mit 5:0 gewann – und dies vor 12'000 Zuschauern. «Das ist heute unvorstellbar», sagt Vereinspräsident Engeloch, «der Spitalacker fasst noch maximal 4000 Zuschauer.»

Lichtanlage entspricht nicht den Auflagen

Für die Challenge League würde das eigentlich reichen, auch für andere Knackpunkte könnten Übergangslösungen gefunden werden. Aber: «Wir sind seit Wochen in Verhandlungen mit der Stadt, dem Verband und auch dem BSC Young Boys», sagt Präsident Engeloch. Über vieles liesse sich mit dem Verband reden, sagt er, ausser über einen entscheidenden Punkt: «Das Licht auf unserer Anlage entspricht nicht den Auflagen für die Challenge League. Eine Baubewilligung für neue Lichtmasten hinter dem Tor erhalten wir nicht bis Saisonbeginn 2022/2023.»

Und selbst dann wäre das Problem nicht gelöst: Denn das sogenannte Streulicht wäre zu hell und für die Anwohnenden ein zu grosser Störfaktor – insbesondere an Freitag- und Montagabenden, wenn die Spiele stattfänden. Somit wird der kultige Quartierverein quasi Opfer seines eigenen Erfolgs.

Audio
Lichtanlage könnte für den FC Breitenrain zum Problem werden (Radio SRF 1, Abendbulletin, 25.3.2022, 18:45 Uhr)
02:38 min
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Die sportlichen Ambitionen will der FC Breitenrain aber nicht begraben, der Lizenz-Antrag für die Challenge League ist bereits eingereicht. Wo der FC Breitenrain im Falle eines Aufstieges nächste Saison spielen würde, ist noch unklar. In Frage kommen der Sportplatz Wyler oder sogar das Wankdorfstadion. «Wenn wir den Aufstieg schaffen, werden wir vom Verein alles geben, dass wir eine Lösung finden. Das haben die Spieler und der ganze Staff verdient», sagt Engeloch.

Radio SRF 1, Abendbulletin, 25.3.2022, 18:45 Uhr

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Martin Gebauer  (Mäde)
    Ich mag solche Vereine. Herzblut, Leidenschaft und eine kollegiale Atmosphäre. Quasi ein FC Winterthur im Kleinformat. Ich hoffe die Stadt Bern zeigt sich kulant und spendiert dem FC Breitenrain wenigstens eine neue Lichtanlage.
    1. Antwort von Fabian Sefolosha  (Fabian Sefolosha)
      Und Sie überzeugen die Anwohner von den Vorzügen einer Flutlichtanlage vor dem eigenen Fenster?
  • Kommentar von Tony Hughes  (Tonemeyer)
    Gibt es etwas, dass gegen das Neufeldstadion als Spielstätte sprechen würde?
    1. Antwort von Martin Meier  (mameschnue)
      Theoretisch nicht, aber für Breitenrainfans ist das Neufeld so weit weg wie das Nou Camp (was ja übersetzt auch "Neufeld" heisst!) ... oder wie für FCZ-Fans der Hardturm!
    2. Antwort von Marc Seven  (ms007)
      Ja ev. weil zurzeit ein paar Meter weiter das neue Hallenbad gebaut wird.
    3. Antwort von Fabian Sefolosha  (Fabian Sefolosha)
      Wyler und Wankdorf kann man mit viel gutem Willen beide noch einigermassen zum Breitsch-Quartier zählen. Neufeld ist ganz woanders. Für einen klassischen Quartiersverein macht das einfach keinen Sinn.