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Legendäres Wembley-Tor jährt sich zum 54. Mal
Aus Sport-Clip vom 30.07.2020.
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Wembley-Tor am 30. Juli 1966 Das umstrittenste WM-Tor überhaupt – und mittendrin ein Schweizer

England holt sich 1966 vor heimischer Kulisse den WM-Pokal. Noch heute erhitzt das entscheidende Tor im Wembley die Gemüter.

War er nun komplett hinter der Linie oder nicht, der Ball? Wahrscheinlich nicht, wie unter anderen eine Studie der Oxford-Universität aus den 90er Jahren zum Schluss kam. Fakt ist: Die Unparteiischen entschieden in der 101. Minute auf Tor, der Engländer Geoff Hurst avancierte mit dem 3:2 zum Matchwinner im WM-Final gegen Deutschland.

Am Ende hiess es im Wembley-Stadion nach Verlängerung 4:2 für die «Three Lions», das Mutterland des Fussballs war erstmals Weltmeister.

Verständigungsproblem zwischen Unparteiischen

Der spielentscheidende Moment sorgt auch Jahre danach noch für eine Menge Gesprächsstoff. Hursts Schuss prallte von der Unterkante der Latte auf den Boden auf.

Der Schweizer Hauptschiedsrichter Gottfried Dienst entschied zunächst auf Eckball, ehe sich der gebürtige Basler von seinem russischen Assistenten Tofik Bachramow umstimmen liess. Das Kuriose dabei: Dienst wollte sich auf Englisch beim Assistenten erkundigen. Bachramow allerdings beherrschte nur die russische und türkische Sprache.

Der Schweizer Schiedsrichter Gottfried Dienst sieht zu, wie die beiden Captains Uwe Seeler und Bobby Moore Wimpel austauschen. Hinten links steht Assistent Tafik Bachramow.
Legende: Platzwahl vor dem WM-Final 1966 Der Schweizer Schiedsrichter Gottfried Dienst (Mitte) sieht zu, wie die beiden Captains Uwe Seeler (vorne links) und Bobby Moore Wimpel austauschen. Hinten links steht Assistent Tofik Bachramow. Getty Images

Wembley-Tor heute kaum mehr möglich

Seit dem siegbringenden Treffer von Hurst gehört der Begriff Wembley-Tor zum Fussball-Jargon. Oft ist auch von einem Phantom-Tor die Rede, wenn der Ball die Torlinie nachweislich nicht überschritten hat. Diesem Phänomen wurde mit der Einführung der Torlinien-Technik im Jahr 2014 entgegengewirkt.

Von einer Torlinien-Technik war man am 30. Juli 1966 noch weit entfernt. Auch fast 30 Jahre nach dem legendären Wembley-Tor sagte Schiedsrichter Dienst, er wisse immer noch nicht, ob der Ball drin war. «Und wenn sie mich in 100 Jahren wieder ausgraben, weiss ich es immer noch nicht», so damals der Schweizer, der 1998 verstarb.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Ben Schult  (BenSchu)
    Dienst ist nur ein Beispiel von ehemaligen Schiedsrichtern aus der Schweiz, welche Fussballspiele bzw. Finals geleitet haben, die in die Geschichtsbücher des Fussballs eingegangen sind. Nebst dem WM Final von Dienst war da noch ein Bruno Galler, der den legendären EM Final Dänemark-BRD geleitet hat. Oder André Daina, der den Landesmeisterfinal Juve-Liverpool pfiff. Ein Spiel mit allerdings sehr, sehr tragischem Ausgang (Heysel Tragödie).
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  • Kommentar von Francis Waeber  (Francis Waeber)
    Der 2. Weltkrieg lag damals gerade mal 21 Jahre zurück - und war noch lange nicht verdaut. Dass ein Sowjet.-Russischer Linienrichter daher in dubio contra Deutschland entscheidet, lag daher auf der Hand. Wenn auch vermutlich unbewusst, statt beabsichtigt.... ;-))
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    1. Antwort von Hans Peter  (Hanspeter97)
      Ganz sicher.
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    2. Antwort von Josef Graf  (Josef Graf)
      Herr Waeber, im Jahr 1966 herrschte der sogenannte Kalte Krieg zwischen der Nato (samt Grossbritannien) und dem Wahrschauer Pakt (mit der federführenden Sowjetunion). Ihre "Theorie" oder Interpreation ist also alles andere als schlüssig. Und entschieden hat am Schluss der Schiedsrichter aus der Schweiz, und nicht der aus der damaligen Sowjetrepublik Aserbeidschan stammende Linienrichter.
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    3. Antwort von Francis Waeber  (Francis Waeber)
      @Josef Graf - Ihrer These wird jeder Historiker widersprechen! Deutschland war ja auch NATO-Mitglied - und Herr Dienst hat seinen ursprünglichen Entscheid overrulen lassen - durch den aus der Sowjetunion stammenden Linienrichter..... ;-))
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