Zweites Gijon? Slowakei sauer auf deutsche U21

Nach dem 1:0 Italiens gegen Deutschland stehen sowohl der Sieger als auch der Verlierer im Halbfinal der U21-EM. Leidtragende sind die Slowaken. Deren Trainer spricht von einer Schande.

Slowakei-Trainer Pavel Hapal an einer Medienkonferenz. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Lässt seinem Ärger freien Lauf Slowakei-Trainer Pavel Hapal. Imago

Sowohl Deutschland als auch Italien reichte der Spielstand von 0:1 zum Halbfinal-Einzug, weil zeitgleich Dänemark gegen Tschechien 4:2 führte. Wäre in Krakau noch das 1:1 oder 0:2 gefallen, hätte die Slowakei als bester Gruppenzweiter den Halbfinal erreicht.

«  Es ist kein Fair Play, auf ein 0:1 zu spielen. »

Pavel Hapal
Trainer U21 Slowakei

«Ich bin unglaublich enttäuscht. Was die Deutschen und Italiener heute gezeigt haben, war eine Schande», ärgerte sich Slowakei-Coach Pavel Hapal. «Es ist kein Fair Play, auf ein 0:1 zu spielen. Jemand sollte etwas unternehmen, auch wenn es ein so grosses Land wie Deutschland betrifft.»

Die «Schande von Gijon» an der WM 1982

0:42 min, vom 25.6.2017

Kein zweites Gijon

Obwohl Hapals Reaktion einerseits verständlich war, von einem Ballgeschiebe wie beim berühmten «Nichtangriffspakt von Gijon» zwischen Deutschland und Österreich an der WM 1982 (beide Teams kamen mit einem 1:0-Sieg Deutschlands weiter) konnte nicht die Rede sein. Bis kurz vor Schluss musste Deutschland mehrfach das 0:2 befürchten. Erst in den letzten Minuten war dann nicht mehr viel Bewegung auf dem Platz zu sehen.