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Internationale Ligen 25 Jahre nach Hillsborough: Liverpool zwischen Trauer und Freude

Zum ersten Mal seit 24 Jahren könnte Liverpool in dieser Saison wieder den Titel gewinnen. Am Dienstag rückt die englische Meisterschaft aber vorübergehend in den Hintergrund. Die Tragödie von Hillsborough jährt sich dann zum 25. Mal.

Am 15. April 1989 stand in Sheffield der FA-Cup-Halbfinal zwischen dem FC Liverpool und Nottingham Forest auf dem Programm. Von draussen drängten hunderte Fans ungeduldig auf die Eingänge zu. Um den Druck der Menge zu verringern, öffnete die Polizei ein zusätzliches Tor, welches eigentlich als Ausgang diente.

Legende: Video Berichterstattung im Sportpanorama vom 15.4.1989 abspielen. Laufzeit 03:13 Minuten.
Aus Sport-Clip vom 15.04.2014.

Ein fataler Fehler: Nach der Öffnung strömten dutzende «Reds»-Anhänger in den ohnehin schon überfüllten unteren Liverpooler Fansektor im Hillsborough Stadium. Während auf dem Feld die ersten Spielminuten liefen, brach auf der heillos überfüllten Tribüne Panik aus. 96 Menschen bezahlten die schlimmste Tragödie in der Geschichte des englischen Fussballs mit ihrem Leben.

Liverpool gedenkt der Opfer

Die Geschehnisse von Hillsborough haben sich bis heute tief ins Gedächtnis der englischen Bevölkerung eingebrannt. Das Spitzenspiel zwischen Liverpool und Manchester City vergangenen Sonntag stand ganz im Zeichen der Hillsborough-Opfer.

Die Liverpool-Fans hielten Transparente hoch, die an die 96 Verstorbenen erinnerten, gemeinsam sangen die anwesenden Fans die Club-Hymne «You'll never walk alone». Im Gedenken an die Opfer wurden am Wochenende zudem sämtliche Premier-League-Partien 7 Minuten später als gewöhnlich und nach einer Schweigeminute angepfiffen.

Obwohl die «Reds» dem ersten Meistertitel seit 1990 nach dem 3:2-Erfolg über Manchester City so nah sind wie lange nicht mehr, kam am Sonntag keine überschwängliche Freude auf. Zu schwer lasten die Emotionen der Hillsborough-Katastrophe von 1989 noch immer auf dem englischen Fussball.

Aufarbeitung der Katastrophe

Die Aufarbeitung der Tragödie dauert bis heute an. Die Wut der Hinterbliebenen richtet sich vor allem gegen die Polizei, welche die Rettungskräfte erst viel zu spät ins Stadion liess. Erst eine Onlinepetition hat das Parlament im Oktober 2011 dazu veranlasst, bis zu diesem Zeitpunkt unter Verschluss gehaltene Akten freizugeben.

Ein unabhängiges Gutachten kam zum Schluss, dass 41 der 96 Opfer bei schnellerer medizinischer Versorgung gute Überlebenschancen gehabt hätten. Die neuen Untersuchungen zur Tragödie von Hillsborough haben erst vor gut zwei Wochen begonnen. Allein die Anhörungen könnten bis zu zwölf Monate dauern.

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