«Fohlen» im Tiefflug: Ursachenforschung in Gladbach

Nach dem 3. Tabellenplatz in der Bundesliga und der direkten Quali für die Champions League war die Vorfreude bei Borussia Mönchengladbach auf die neue Saison riesig. Doch stattdessen herrscht nach 2 Spieltagen bereits Krisenstimmung.

Patrick Herrmann. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Es harzt Patrick Herrmann und Gladbach läuft es momentan nicht nach Wunsch. Imago

Am kommenden Donnerstag werden in Monaco die Gruppen für die Champions League ausgelost. Für die «Fohlen»-Elf, die im «Konzert der Grossen» seit 1978 nicht mehr vertreten war, dürfte dies einem Freudentag gleichkommen. Doch statt grosser Euphorie herrscht in Mönchengladbach Konsternation. Der verpatzte Saisonstart in der heimischen Meisterschaft lässt die Vorfreude auf die «Königsklasse» fast schon ersticken.

Der Fehlstart ist perfekt

Nach 2 Bundesliga-Spieltagen steht das Überraschungsteam der letzten Saison noch ohne Punkte da. Auf die 0:4-Klatsche zum Auftakt in Dortmund folgte am Sonntag beim ersten Heimauftritt der nächste Dämpfer. Vor ausverkauftem Haus unterlag die Mannschaft von Lucien Favre Mainz mit 1:2.

«  Wir machen zu viele individuelle Fehler. »

Lucien Favre

0 Punkte nach 2 Partien – so schlecht startete Gladbach letztmals vor 7 Jahren in die Bundesliga. Der Glanz der letzten Saison scheint bereits nach 180 Liga-Minuten verflogen zu sein. Taktikfuchs Favre weiss, wo es seiner Equipe noch mangelt: «Es fehlt die Zusammenarbeit zwischen Verteidigung, Mittelfeld und Sturm. Das war sonst unsere Stärke». Tatsächlich scheinen die Automatismen im Gladbacher Kollektiv noch nicht wirklich da zu sein. «Wir machen noch zu viele individuelle Fehler», analysiert Favre.

Stranzl wird schmerzlich vermisst

Als Ursache für den Gladbacher Fehlstart gilt auch die Absenz des immer noch rekonvaleszenten Abwehrchefs Martin Stranzl. Der Captain fehlt den «Fohlen» an allen Ecken und Enden. «Wenn es nicht läuft, dann wird es unruhig und dann fehlt einer, der die Führung übernimmt. Das tut uns schon weh», erklärt Sportchef Max Eberl. Wann Stranzl wieder auf dem Platz stehen wird, ist noch nicht klar. «Das kann ich nicht sagen», sagt Favre.

«  Die Grundtugenden müssen zurückkommen. »

Max Eberl
Sportchef

Doch weder Eberl noch Favre wollen den Ausfall des Österreichers für die momentane Krise verantwortlich machen. «Wir müssen uns neu finden und Struktur auf den Platz bringen. Die Grundtugenden müssen wieder zurückkommen», gibt Eberl die Marschrichtung vor.

Den Humor hat der Gladbach-Sportchef jedenfalls trotz Liga-Fehlstart nicht verloren. Im Hinblick auf die Champions-League-Auslosung meinte er: «Wir werden uns jetzt bestimmt nicht abmelden und sagen: Nee, wir machen es doch nicht».

Sendebezug: Radio SRF 4 News, Morgenbulletin, 24.08.15 06:17 Uhr