«Wenn sich die Bayern nicht selbst auflösen sollten, dürfte ihnen die Meisterschaft nicht mehr zu nehmen sein.» Diese Worte stammen nicht etwa aus dem Munde eines Bayern-Fans, sondern aus demjenigen Jürgen Klopps, Trainer von Titelverteidiger Borussia Dortmund.
Auch wenn Klopp bekannt dafür ist, gerne auf Understatement zu machen und sich sein Team kaum kampflos geschlagen geben wird, ist seine Aussage nicht weit hergeholt. Es spricht alles dafür, dass der Rekordmeister im Mai zum 23. Mal den Pokal in die Vitrine stellen kann. 9 Punkte beträgt der Vorsprung auf Leverkusen, deren 12 auf Dortmund und Frankfurt.
Die einzigen Protagonisten, welche den Mahnfinger heben, sind die Bayern selbst. «Wir haben noch nichts gewonnen», sagt Mittelfeldmotor Bastian Schweinsteiger. Sportchef Matthias Sammer liess verlauten, es läge noch ganz viel vor dem Team und Trainer Jupp Heynckes ergänzte, dass die Mannschaft «zwar Selbstbewusstsein an den Tag legen darf, aber wir unbeirrbar unseren Weg gehen müssen. Diesen Nachweis müssen wir erbringen.»
Kein Argument gegen Bayern-Titel
Nichts deutet darauf hin, dass die Bayern diesen Nachweis nicht erbringen werden. Alle 4 Testspiele in der Vorbereitung konnten gewonnen werden (wie auch der FC Basel beim 0:3 eindrücklich vorgeführt bekam), Heynckes kann personell aus dem Vollen schöpfen und somit auch in der Champions League angreifen, denn das Kader ist breit und stark.
Zudem ist die Gefahr minimal, dass sich Unruhe neben dem Platz breitmachen wird, denn auch die Weichen für die sportliche Zukunft sind gestellt: Heynckes hatte seinerseits angekündigt, den Vertrag nicht mehr zu verlängern und mit Pep Guardiola wurde ein Nachfolger präsentiert, gegen den wohl nicht ein einziger Fan etwas einzuwenden hat. Es herrscht also Friede, Freude, Eierkuchen an der Säbener Strasse – ausser die Mannschaft schlägt sich selbst.