Zum Inhalt springen

Header

Video
Hodgsons Nati-Aus sorgte für Polemik
Aus Sport-Clip vom 12.06.2020.
abspielen
Inhalt

Das grosse Missverständnis Hodgson weg, Jorge da: Was genau war da 1995 wirklich los?

Vor 25 Jahren kam es im Schweizer Fussball zum wohl grössten Missverständnis. Was ist passiert?

Roy Hodgson steigt in der Schweiz zum Volkshelden auf, als er die Nati 1994 zum ersten Mal seit 28 Jahren an eine WM führt. Die Schweiz liefert in den USA ein gutes Turnier ab, scheitert im Achtelfinal an Spanien (0:3).

Hodgson ist beliebt, sowohl bei den Fans als auch bei den Spielern. «Er ist ein Gentleman, der seine Spieler gern hat», sagt Ciriaco Sforza heute. Umso grösser der Aufschrei, als 1995 kurz vor Weihnachten Artur Jorge als neuer Nati-Trainer vorgestellt wird.

Der Verband hat Hodgson nicht rausgeschmissen. Er wollte zu Inter.
Autor: Bernard Thurnheer

Der Schweizerische Fussballverband schmeisst den beliebten und erfolgreichen Hodgson raus? Immerhin hat die Schweiz auch die erstmalige Qualifikation für eine EM-Endrunde geschafft. So einfach ist die Geschichte aber nicht. Fest steht: Hodgson sollte die Schweiz in England nicht betreuen.

Video
Sforza über Jorge: «Ein grosses Missverständnis»
Aus Sport-Clip vom 13.06.2020.
abspielen

Was ist passiert? Inter Mailand streckt die Fühler nach Hodgson aus und will ihn holen. «Wenn von einem solchen Klub eine Anfrage kommt, dann sagst du nicht nein», meint der damalige Nati-Captain Sforza, der nach der EM ebenfalls zu Inter wechselte. Die Sache wird geregelt, Hodgson bekommt das Doppelmandat Nati/Inter und alle Parteien – vor allem die Spieler – sind froh.

Wir haben alles versucht, damit er bleibt. Es ist etwas kaputt gegangen, auch mit dem Verband.
Autor: Ciriaco Sforza

Doch dann folgt die Kehrtwende. Es gibt kein Doppelmandat, Hodgson wird den Schweizerischen Fussballverband verlassen. Der ehemalige SRF- und langjährige Nati-Kommentator Beni Thurnheer stellt aber klar: «Nati oder Inter? Hodgson hätte sich für Inter entschieden. Er wollte gehen. Der Verband hat ihn nicht fortgejagt. Hodgson wollte zu Inter.»

Video
Thurnheers Erklärung, warum Jorge geholt wurde, überrascht Sforza
Aus Sport-Clip vom 13.06.2020.
abspielen

Auch für Sforza war die ganze Angelegenheit damals unverständlich. «Wir haben alles versucht, damit er bleibt. Wir haben das nicht verstanden. Es ist etwas kaputt gegangen, auch mit dem Verband», sagt er in der SRF-Sendung Legendäre Endrunden-Momente.

Hodgsons Weggang ist der Anfang eines erneuten Leidensweges für die Nati-Fans. Denn kurz darauf wird Artur Jorge verpflichtet. Er bleibt 7 Monate im Amt und nicht nur bei Sforza als «grosses Missverständnis» in Erinnerung. Er wird durch Rolf Fringer abgelöst, was folgt ist das «Debakel von Baku». Aber das sind andere Nati-Kapitel.

Video
Aus dem Archiv: Als Jorge Nati-Trainer der Schweiz wurde
Aus sportpanorama vom 20.12.2015.
abspielen

SRF zwei, Legendäre Endrunden-Momente, 12.06.2020, 20:10 Uhr;

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

1 Kommentar

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Daniele Röthenmund  (Daniele Röthenmund)
    Ich habe die Anfeindungen gegen Arthur Jorge nie verstanden , fand sie erbärmlich wie man gegen den Mann schoss. Bei Medien, wiedermal auch hier Blick, sowie aber auch die Fans, das war einfach Primitiv und Menschen verachtend. Es war ja so das er nicht ohne Leistungsausweis kam und auch die EM begann ja verheißungsvoll. Den das 1: 1 gegen den Gastgeber England war ein Super Resultat. Doch man gab ihm nie eine Richtige Chance und deshalb finde ich es einer der schwärzesten Kapitel unserer Nati!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen