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Nationalmannschaft Schweiz verspielt wichtige Punkte

Die Schweizer Nati hat in der WM-Qualifikation gegen Island den angestrebten Sieg auf unnötige Art und Weise verpasst. Nach einer 4:1-Führung kam die Schweiz gegen den Aussenseiter nur zu einem 4:4.

Legende: Video Das verrückte 4:4 zwischen der Schweiz und Island vor 5 Jahren abspielen. Laufzeit 06:12 Minuten.
Aus Sport-Clip vom 06.09.2013.

Nati-Coach Ottmar Hitzfeld dürfte nach dem Spiel gegen Island viel Stoff für die nächsten Theorielektionen mit seiner Mannschaft haben. Die Schweiz spielte teilweise offensiv begeisternden, erfrischenden Fussball, offenbarte in der Defensive aber gleichzeitig erschreckende Schwächen.

Kalte Dusche zu Beginn

Dass der Nati in Bern kein ruhiger Abend bevorstehen würde, zeichnete sich schon früh ab. Nach 3 Minuten nämlich lag der Gast aus Island in Führung. Gudmundsson traf aus 11 Metern herrlich in den Winkel, die Schweiz hatte den Ball zu diesem Zeitpunkt noch nicht ein einziges Mal unter Kontrolle gehabt.

Vom frühen Rückstand erholte sich die Schweiz schnell und kam bald zu guten Chancen. Shaqiri scheiterte mit einem Freistoss an der isländischen Mauer, kurz danach machte es Lichtsteiner besser. Nach einer schönen Flanke von Xhaka lenkte der Aussenverteidiger den Ball mit dem Kopf ab und markierte den Ausgleich.

Spiel und Gegner unter Kontrolle

In der nächsten halben Stunde bis zur Pause zeigte die Schweiz Champagner-Fussball. Sie dominierte die Isländer nach Belieben, zeigte sich spielfreudig, variantenreich und hatte Erfolg. Innenverteidiger Schär staubte nach einem Eckball im Strafraum zur Führung ab, nur 3 Minuten später erhöhte wieder Lichtsteiner mit einem trockenen Schuss auf 3:1.

Nach der Pause ging das Schweizer Feuerwerk weiter. Nur Sekunden nach Wiederanpfiff scheiterte Dzemaili noch knapp, nach 55 Minuten war das 4:1 dann doch Tatsache. Dzemaili versenkte einen Penalty, nachdem Stocker im Strafraum gelegt worden war. Alles schien auf einen klaren Schweizer Sieg herauszulaufen.

... und dann riss der Faden

Mit dem 4:1 jedoch riss der Faden im Schweizer Spiel. Sigthorsson sorgte Sekunden nach dem vierten Schweizer Tor für den zweiten isländischen Treffer, Schär sah bei dieser Aktion schlecht aus. Und weitere 12 Minuten später musste die Schweiz definitiv um den Sieg zittern. Rodriguez stand zu weit weg von Gegenspieler Gudmundsson, das 3:4 war Tatsache.

Spätestens jetzt glaubte Island wieder an einen Punktgewinn. Erst rettete Benaglio mit einer Glanzparade gegen Sigurdsson, in der Nachspielzeit war der Ausgleich aber trotzdem Tatsache. Gudmundsson schlenzte den Ball aus 18 Metern ins weite Eck und rettete Island mit seinem dritten Tor einen Punkt.

Nun Spitzenspiel in Norwegen

In der Tabelle hat die Nati noch 4 Punkte Vorsprung auf Verfolger Norwegen, die Ausgangslage für das Hitzfeld-Team ist unverändert gut. Am Dienstag aber beim Spitzenspiel in Norwegen muss die Mannschaft defensiv deutlich verbessert auftreten, will sie nicht die erste Niederlage der Kampagne kassieren.

87 Kommentare

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  • Kommentar von Valentin Egger, St. Gallen
    Es ist noch viel zu früh das Fabian Schär ab der Startphase spielt. Zuerst muss er ab der Startphase bis zum Schluss ein Testspiel bestreiten. Wenn er gut spielt dann darf er mal eine Hälfte der WM-Quali bestreiten. Wenn er die Hälfte gut gespielt hat darf er beim nächsten WM-Quali Spiel ab der Startphase spielen.
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    1. Antwort von Andreas Meier, St. Gallen
      Herr Egger, sehen Sie es nach dem Spiel in Norwegen immer noch so?
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  • Kommentar von Valentin Egger, St. Gallen
    3 Tore von der Verteidigung. so viele Tore von der Verteidigung habe ich noch nie gesehen. Das sie die 4:1 Führung aus der Hand gegeben hat das ist auch nicht Normal. das ist etwas komisches drin in dieser Mantelschaft.
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  • Kommentar von Franz Vogel, Luzern
    Gut, spielt die Nati jetzt nicht nur top. Fussballtaktik ist auch mal wie Pokern! Hitzfeld hat sich und seinen Jungs JETZT eine gute Erfahrung gemacht/geschenkt. Der echte Höhenflug soll ja dann im 2014 passieren - nach den Gruppenspielen!! Wir sind auf Kurs!
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    1. Antwort von Reto Munteler, Zürich
      "gute Erfahrung" - da bin ich anderer Meinung. Bei internationalen Fussballprofis muss man davon ausgehen, dass sie imstande sind, eine 4:1-Führung gegen Island über die Runden zu bringen. Hier von "Lehrblätz" zu sprechen ist einfach eine faule Ausrede. Ich bin sehr enttäuscht von der Schweizer Nati und ihrem unverständlichen Nachlassen. Es scheint mir, als ob gewisse Herren die Nati-Einsätze (wieder) nur als Aktivurlaub vom Kluballtag betrachten.
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