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Nationalmannschaft Teilziel erreicht – jetzt muss der nächste Schritt kommen

Der Blick auf die Tabelle der EM-Quali-Gruppe E liefert erfreuliche Tatsachen: Die Schweiz hat sich einen Spieltag vor Schluss für die Endrunde qualifiziert. Nüchtern betrachtet hat die Mannschaft erreicht, was man von ihr erwartet hat. Mehr aber nicht.

Legende: Video Sascha Ruefers Analyse der EM-Kampagne abspielen. Laufzeit 1:43 Minuten.
Aus Sport-Clip vom 10.10.2015.

Die Autoren

Sascha Ruefer
Legende:Sascha RueferSRF

Sascha Ruefer kommentiert seit 2008 die Spiele der Schweizer Nati auf SRF. Unterstützt wird er dabei von Assistent Renato Schatz, mit dem er gemeinsam den aktuellen Zustand der Nati analysiert hat.

Sogar das 7:0 vom Freitag über San Marino, notabene der zweithöchste Sieg in der Schweizer Nati-Geschichte, hat eine berechtigte Plattform für Kritik geboten. Ein Phänomen, das sich durch die gesamte Qualifikation zog. Weshalb? Weil die Nati in keinem Spiel restlos zu überzeugen wusste.

Kein Coup gegen den «Grossen»

Die Frage bleibt ungeklärt, wie stark die Schweiz tatsächlich ist. Es waren kleine Enttäuschungen während dieser Qualifikation, die von den grossen Emotionen – im Wesentlichen dem Slowenien-Sieg – überlagert wurden. Gegen das vermeintlich grosse England war die Schweiz chancenlos.

Die Sehnsucht des Schweizer Fans nach Grossem, nach Magischem, bleibt auch nach der Qualifikation Sehnsucht. Sie zu stillen muss Ziel sein für die EM-Endrunde.

Minimalziel Viertelfinal

Der nächste Schritt ist fällig. Und angesichts der Voraussetzungen sogar Pflicht. Die Schweiz muss an der Endrunde den Beweis abliefern, dass sie den selbst geäusserten Ansprüchen gerecht wird. Das Minimalziel muss Viertelfinal heissen.

Die rosigen Aussichten verlangen das: Der hochtalentierte Kader ist jung, die Startelf gegen San Marino war im Schnitt 24,1 Jahre jung, wichtige Pfeiler des Teams sind noch keine 25. Alle spielen sie in wichtigen Ligen Europas.

Das Potenzial ist überragend und übertüncht womöglich die Realität. Viele Spieler sind bei Ihren Klubs mittlerweile nicht mehr erste Wahl oder kämpfen mit Formkrisen. Die Hierarchien in der Mannschaft sind nicht klar definiert und eher flach gehalten. Das birgt zwar viel Energie und Kreativität, das birgt aber auch Konfliktpotenzial.

Petkovics Kampf um Anerkennung

Vladimir Petkovic steht vor wichtigen Monaten. Der Trainer kämpft auch eineinhalb Jahre nach Amtsantritt um Akzeptanz. Obwohl er das gesteckte Ziel erreicht hat. Obwohl er ohne Frage attraktiveren, offensiveren Fussball spielen lässt, als es Ottmar Hitzfeld getan hat.

Die Personalie des Trainers ist in den nächsten Wochen die grosse Herausforderung des Verbandes. Der Kontrakt mit Petkovic hat sich mit der Qualifikation automatisch bis nach der Endrunde verlängert. Noch in diesem Herbst soll über eine Verlängerung befunden werden.

Ruhige Vorbereitung oder Verpflichtung eines Wunschkandidaten?

Die Frage ist, ob der Verband eine Weiterentwicklung im Team unter Petkovic sieht. Andere Landesverbände zollen der Arbeit des Nati-Coaches jedenfalls grossen Respekt, in Italien geniesst Petkovic einen sehr guten Ruf. Petkovic zwei weitere Jahre zuzugestehen und das frühzeitig zu fixieren, wäre nicht verkehrt. Zudem würde es eine ruhige EM-Vorbereitung garantieren.

Umgekehrt lockt die Tatsache, dass ausgerechnet die beiden Wunschkandidaten nach Hitzfelds Rücktritt verfügbar wären. Lucien Favre und Marcel Koller. Kann der Verband dieser Versuchung widerstehen?

Legende: Video Zusammenfassung Schweiz - San Marino abspielen. Laufzeit 3:49 Minuten.
Aus sportaktuell vom 09.10.2015.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 9.10.15, 20:00 Uhr

14 Kommentare

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  • Kommentar von Daniele, Obergösgen
    Da man sich schon Qualifiziert hat, ist das eine gute Gelegenheit gegen Estland die gleiche Elf auf das zu Feld schicken, um gewisse Automatismen zu verinnerlichen. Für Rodriguez kann mal ein Ersatz getestet werden Es ist zu hoffen das die Spieler mit einer gewissen Ernsthaftigkeit das Spiel bestreiten, nur so kann man sich weiterentwickeln, es ist auch ein gewisser Charaktertest, denn es wird zeigen ob Sie auch für höhere Ziele bereit sind, oder ob es eine schnell genügsame Truppe ist.
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  • Kommentar von Sepp Müller, Winterthur
    Seit wann ist Koller denn ohne Job? Habe ich da was verpasst?
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  • Kommentar von Xavier Yves Zobrist, Basel
    Ich würde liebend gerne Marcel Koller als Schweizer Trainer sehen, aber gleichzeitig wäre es schade, wenn er bei den Nachbarn aufhören sollte, weil er dort so Unglaubliches zu Stande gebracht und die Austria-Elf einen super Lauf hat. Unsere Nati reisst mich gerade nicht allzu sehr vom Hocker - das ist eine ziemliche Biedermann-Truppe, die derzeit ihr Soll erfüllt, aber wo man zu keiner Zeit das Gefühl hat, dass sie - im Gegensatz zu den Koller-Buam - zu Grossartigkeiten fähig ist.
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