Noch nie sind sich der FC Rapperswil-Jona und der FC St. Gallen in einem Pflichtspiel gegenübergestanden. Das wird sich am Mittwoch ändern, wenn der Challenge-Ligist den Super-Ligisten im Achtelfinal des Schweizer Cups im Stadion Grünfeld empfängt.
Das Cup-Highlight kommt für den unterklassigen FCRJ zu einem günstigen Zeitpunkt. Seit Selcuk Sasivari Anfang November die Nachfolge von David Sesa an der Seitenlinie angetreten hat, läuft es den Rosenstädtern besser. Aus den bisherigen drei Meisterschaftsspielen resultierten 6 Punkte, die letzten beiden Partien konnten siegreich gestaltet werden.
Frischer Wind weht durchs Grünfeld
«Der neue Trainer hat frischen Wind reingebracht, wir spielen befreiter auf und stehen auch taktisch besser», umschreibt FCRJ-Captain Rijad Saliji die positive Veränderung der letzten Wochen.
Einzig mit der Chancenauswertung hadert Saliji noch. Tatsächlich reichten dem Promotion-League-Aufsteiger in den letzten beiden Partien insgesamt 3 Treffer, um das Punktemaximum einzufahren. Das heisst im Umkehrschluss aber auch, dass die Abwehr derzeit nur wenig zulässt. Das wiederum, eine starke Defensive, ist gegen St. Gallen Pflicht, um als Underdog überhaupt eine Chance auf den Coup zu haben.
Zusätzliche Tribüne aufgestellt
Klar ist, Rapperswil-Jona wird gut auf den oberklassigen Kantonsrivalen eingestellt sein. Immerhin ist der FC St. Gallen Sasivari aus seiner Zeit als Assistent von Mattia Croci-Torti bei Lugano bestens bekannt. «Ich kenne die Prinzipien und die Charakteristiken von St. Gallen. Das kann ein kleiner Vorteil sein», so der Neo-Coach des FCRJ.
Die Vorfreude auf den Mittwoch ist gross, auch weil man in Rapperswil-Jona für den Cup-Kracher improvisiert und eine mobile Gegentribüne aufgestellt hat. Um die 6000 Fans werden im Grünfeld erwartet. «Das wird natürlich ein Highlight. Die Mannschaft hat gut trainiert und ist sehr motiviert», so Sasivari, der auch gleich Ambitionen anmeldet: «Wir rechnen uns eine kleine Chance aus. Es wäre falsch, das nicht zu tun.»
Wiedersehen mit alten Teamkollegen
Noch etwas spezieller als für den Rest der FCRJ-Mannschaft dürfte das Cup-Duell mit St. Gallen für Florian Kamberi werden. Der Stürmer stand zwischen 2020 und 2022 beim FCSG unter Vertrag, konnte beim Super-Ligisten aber nie richtig Fuss fassen und wurde mehrfach ins Ausland ausgeliehen. «Meine Zeit bei St. Gallen ist nicht so gelungen, wie ich es mir vorgestellt hatte. Unter dem damaligen Trainer (Peter Zeidler, Anm. d. Red.) habe ich leider keine richtige Chance bekommen», blickt Kamberi zurück.
Negative Gefühle dem FCSG gegenüber hat der 30-Jährige aus dem FCRJ-Nachwuchs deshalb aber keine: «Ich habe St. Gallen als richtig guten Klub in Erinnerung», so Kamberi. Von den damaligen Mannschaftskollegen sind im aktuellen Kader St. Gallens nicht mehr viele dabei. «Ich kenne nur noch (Lukas) Görtler und (Lawrence Ati) Zigi. Es wird sicher schön, die beiden wiederzusehen.»