Totgesagte leben länger: GC sah im Cup-Viertelfinal gegen Sion am Dienstagabend zweimal wie der sichere Verlierer aus, jubelte am Ende aber trotzdem. Die Zürcher holten zuerst ein 0:2 innert weniger Minuten, dann ein 2:3 dank eines Last-Minute-Treffers auf. In der Verlängerung gelang dann dank Emmanuel Tsimbas 4:3 die Komplett-Wende.
Grossen Anteil am Erfolg hatte Neuzugang Michael Frey. Der Stürmer nahm seine Führungsrolle in der jungen GC-Equipe bereits in seinem zweiten Einsatz deutlich wahr. Der 31-Jährige machte im Mittelfeld die Bälle fest, warf sich in jeden Zweikampf und spulte seine Meter über 120 Minuten lang ab – obwohl er zuvor seit Mai 2025 keine Partie mehr über 90 Minuten bestritten hatte.
Frey zieht durch
«Der Trainer hat mich gefragt, ob ich raus wolle. Aber ich wollte weitermachen», sagte Frey nach der Partie im Interview. Ein Tor und ein Assist standen am Ende beim Münsinger zu Buche, in den Schlussminuten der Verlängerung beruhigte er zudem die Nerven einiger GC-Fans mit starken Abschirmungsaktionen an der Eckfahne.
Frey wollte aber nicht sich selbst ins Zentrum stellen: «Wir haben eine wirklich gute Truppe. Die Spieler, die reingekommen sind, haben eine Riesenleistung gezeigt.» Der Zusammenhalt in der Mannschaft sei stark, die ganze Woche sei hart gearbeitet worden. «Es war ein Cupfight, da darfst du nie aufgeben. Es hat sich gelohnt.»
Langersehntes Comeback
In den letzten Zügen der Verlängerung half auch Amir Abrashi noch mit, den Sieg über die Zeit zu bringen. Der eigentliche Captain fehlte wegen einer Verletzung lange und feierte ausgerechnet in dieser Partie sein Comeback. Das Grinsen brachte das GC-Urgestein nach der Partie kaum mehr aus dem Gesicht.
«Ein Riesenkompliment an die Mannschaft, es ist Wahnsinn», sagte der 35-Jährige. Nach dem 0:2 habe sein Team nichts mehr zu verlieren gehabt. «Die Jungs haben daran geglaubt und die Partie sensationell gedreht.» Sein Comeback in dieser Situation sei nur «Nebensache». Er sei einfach froh, wieder bei der Mannschaft zu sein.
Abrashi hat Cup-Erfahrung
Noch zwei Siege trennen die Grasshoppers nun vom Cupsieg, dem 20. in der Vereinsgeschichte und dem ersten Titel überhaupt seit 2013. Schon damals war Abrashi mit dabei.
«Jetzt musst du anfangen zu träumen», meinte der Mittelfeld-Abräumer im Hinblick auf einen möglichen Cupsieg. Der «unglaublich wichtige Sieg» soll aber vor allem auch Aufschwung für die Meisterschaft geben. Noch immer liegt der Rekordmeister in der Super League auf dem Barrageplatz – diesen wollen die Zürcher nach dem Cup-Hoch so schnell wie möglich verlassen.