Erst einmal hat der FC St. Gallen den Schweizer Cup gewonnen. Das war vor 57 Jahren. Seither standen die «Espen» noch viermal im Endspiel. Zuletzt 2021 und 2022, als man im Wankdorf gegen Luzern und ein Jahr später gegen Lugano den Kürzeren zog.
Heuer stehen die Chancen gut, dass der FCSG zumindest zum 7. Mal in seiner Klubgeschichte wieder in den Final vorstösst. Im Halbfinal vom Sonntag (ab 14:45 Uhr live auf SRF zwei) gastieren die Ostschweizer bei Yverdon Sport, dem Tabellen-Dritten der Challenge League.
Tut sich St. Gallen dieses Mal leichter gegen den Unterklassigen?
Dass sein Team im Cup unter den letzten Vier steht, ist für den St. Galler Trainer Enrico Maassen keine Selbstverständlichkeit. Er blickt in seine Heimat Deutschland und sagt: «Bayern München war 2020 letztmals im Pokalfinal. Daran sieht man, wie schwer es ist, so weit in diesem Wettbewerb zu kommen.» Ausser den Grasshoppers und seinem Team habe es diese Saison in der Schweiz keine Equipe aus der obersten Liga in den Halbfinal geschafft. «Meine Mannschaft hat sich das hart erarbeitet», so Maassen.
Gegen Yverdon ist St. Gallen natürlich Favorit, aber gewarnt. Im Sechzehntelfinal (Wil) und im Achtelfinal (Rapperswil-Jona) setzte man sich bei Challenge-League-Vertretern jeweils erst im Penaltyschiessen durch. «Es wird auch in Yverdon ein 50:50-Spiel. In der Regel sieht man keinen Liga-Unterschied im Cup. Wir werden alles in die Waagschale werfen, um das Spiel zu gewinnen.» Der FCSG muss sich auf dem tiefen Terrain am südlichen Ende des Neuenburgersees auf einen Kampf einstellen. Vor einer Woche strauchelte dort ChL-Leader Vaduz.
Watkowiak bleibt St. Gallens Cup-Goalie
Im Tor der St. Galler wird wieder Lukas Watkowiak stehen. Der Backup von FCSG-Stammkeeper Lawrence Ati Zigi kam in den letzten drei Cup-Runden immer zum Zug – und hatte massgeblichen Anteil am Halbfinal-Vorstoss der «Espen». Gegen Wil und «Rappi» hexte er im Elfmeterschiessen, im Viertelfinal liess er beim 2:1 gegen den FC Basel nur einen Gegentreffer zu.
Für Watkowiak wird es der 1. Ernstkampf seit Anfang Februar sein. Trotz der langen Pause wird von ihm erwartet, auch in Yverdon ein sicherer Rückhalt zu sein. «Das ist nicht ohne. Aber ich bin Leistungssportler und es ist meine Aufgabe, dann parat zu sein. Ich freue mich darauf», sagt der 30-jährige Deutsche.
Und sollte es auch in Yverdon zu einem Penaltyschiessen kommen, wäre Watkowiak auf einmal jener Akteur mit der grösseren Spielpraxis. Denn im Gegensatz zu St. Gallen musste Yverdon in dieser Cup-Kampagne noch nie in einen Elfmeter-Krimi.