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«Völkerwanderung» am Cupfinal? Hüppi: «Unbändiger Wunsch, den Fans eine Freude zu machen»

FCSG-Präsident Matthias Hüppi spricht vor dem Cupfinal über Traumata, die Vorbereitung und ob er im Erfolgsfall zurücktritt.

Matthias Hüppi weiss noch genau, wie er erstmals mit dem Schweizer Cup in Kontakt kam: 1969, als der FC St. Gallen gegen Bellinzona im Final stand – und gewann: «Ich war 11 Jahre alt und durfte den Final bei meiner Grossmutter am TV verfolgen. Wir hatten noch kein Fernsehgerät zu Hause», erzählt der heute 68-Jährige.

Hüppi ist seit nunmehr achteinhalb Jahren Präsident des FC St. Gallen. Am Sonntag stehen die «Espen» zum dritten Mal in seiner Ägide im Cupfinal, nun soll es gegen Stade Lausanne-Ouchy endlich mit dem Titel klappen.

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Den Cupfinal zwischen Stade Lausanne-Ouchy und St. Gallen können Sie am Sonntag ab 13:30 Uhr live auf SRF zwei und in der SRF Sport App mitverfolgen. Anpfiff ist um 14 Uhr.

Hört Hüppi im Erfolgsfall auf?

Würde er, der den Meistertitel St. Gallens 2000 noch als SRF-Journalist miterlebt hat, dann als Präsident am Höhepunkt aufhören? «Man kann schon sagen, dass es dann eine runde Geschichte wäre. Doch es entspricht nicht meinem Wesen, dass ich es rein von einem Spieltag oder Erfolg abhängig machen würde», widerspricht Hüppi, seine Zukunft gänzlich an den Final zu hängen.

St. Gallens letzte beiden Final-Teilnahmen

Zurück im Jetzt hat Hüppi klare Vorstellungen vom Pfingstsonntag: «Es geht um den unbändigen Wunsch, den Fans eine Freude zu machen, die Sehnsucht nach einem Titel zu stillen. Es soll ein richtig schönes Fussballfest werden mit einem super Auftritt des FC St. Gallen.»

Ich habe von Leuten gehört, die sich im Waadtland auf die Suche nach Tickets gemacht haben. Die Leute sind ja findig.
Autor: Matthias Hüppi über die St. Galler Ticketsuche

Der gebürtige St. Galler spüre, dass etwas Grosses in der Luft liegt. Die regionale Vorfreude lasse sich auch quantifizieren, so Hüppi: «Das Kontingent von 12'500 Tickets reichte bei weitem nicht. Ich habe von Leuten gehört, die sich im Waadtland auf die Suche nach Tickets gemacht haben. Die Leute sind ja findig, im Block von Stade Lausanne-Ouchy dürfte es eine Durchmischung von Farben geben.» So sei mit einer «Völkerwanderung nach Bern» in «Grün-Weiss» zu rechnen.

Wir sind sicher nicht überheblich und unterschätzen sie mit allergrösster Sicherheit nicht.
Autor: Matthias Hüppi warnt vor Gegner SLO

Vorfreude und Optimismus ja, doch Arroganz verbittet sich Hüppi trotz Favoritenstatus: «Zunächst einmal ist es eine 50/50-Angelegenheit. SLO war in der Challenge League stark und hat ein Super-League-Team nach dem anderen rausspediert. Wir sind sicher nicht überheblich und unterschätzen sie mit allergrösster Sicherheit nicht.»

Angst vor einem Trauma nach den beiden verlorenen Cupfinals 2021 und 2022 hat Hüppi nicht. Einerseits stünden nicht mehr viele Spieler von damals im Kader, andererseits stehe nun ein neues Trainerteam mit neuen Ansätzen in der Verantwortung.

Der Klosterplatz bleibt, wie er ist

Was der Olma-Botschafter aus den Endspiel-Pleiten gegen Luzern und Lugano gelernt hat: die ohnehin grosse Euphorie nicht noch zusätzlich von aussen zu befeuern. 2022 wurde der Klosterplatz mit Segen des Bischofs im FCSG-Design umgesprayt. «Wenn man nicht gewinnt, fliegt einem so etwas um die Füsse», so Hüppi.

Sein simples Rezept für den diesjährigen Cupfinal: «Wir bereiten das Spiel vor wie jede Auswärtspartie in der Super League.» So soll es mit der zweiten Sandoz-Trophäe der Klubgeschichte klappen. Wie 1969, als der elfjährige Matthias Hüppi vor dem Fernseher seiner Grossmutter mitfieberte.

Schweizer Cup

Regionaljournal Ostschweiz, Abendbulletin, 20.5.26, 17:30 Uhr ; 

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