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Bilanz nach der Hinrunde Ist der Heimvorteil in Geisterspielen nur noch Makulatur?

Seit Ende Oktober 2020 finden die Spiele der Super League wieder ohne Zuschauer statt. Ein Blick in die Statistik zeigt: Der Heimvorteil ist kleiner geworden.

Leere Zuschauerränge in Schweizer Stadien.
Legende: Mittlerweile ein gewohntes Bild Leere Zuschauerränge in Schweizer Stadien. Freshfocus

Die Hinrunde der Super League ist beendet. Einige quarantänebedingte Nachholspiele ausgenommen, ist die Hälfte des Pensums absolviert. Zeit für eine erste Bilanz.

Heimspiele in der Super League sind spätestens seit dem erneuten Verbot von Grossveranstaltungen Ende Oktober 2020 keine eigentlichen Heimspiele mehr. Die Teams müssen ganz ohne den Support ihrer Fans auskommen.

Die Resultate scheinen zu beweisen, dass ein leeres Stadion ein neutrales Stadion ist, ja, dass die Gastmannschaft sogar im Vorteil ist.

Erfolgreiche Auswärtsteams

Die auswärts spielenden Mannschaften gewannen 26 von 47 Lockdown-Spielen, die überhaupt einen Sieger ergaben. Dies sind 55,3 Prozent. In früheren, «normalen» Saisons eroberten die Heimteams immer deutlich über 50, manchmal über 60 Prozent der Punkte.

Vergleicht man den Anteil aller gewonnenen Punkte, die im heimischen Stadion errungen wurden, mit früheren Saisons, zeigt sich ein ähnliches Bild. Zieht man alle Lockdown-Partien der aktuellen Saison in Betracht, so gewannen die Teams der Super League im Schnitt nur 46,6 Prozent ihrer Punkte zu Hause. In früheren Saisons betrug dieser Wert immer über 50, in der Saison 2018/19 gar über 55 Prozent.

Anteil in Heimspielen gewonnener Punkte (in Prozent)


2020/21
(nur Geisterspiele)
2018/192017/182016/17
YB36,753,955,659,4
Basel42,350,756,551,2
Luzern57,147,857,154
Lugano31,356,5
5054,7
St. Gallen38,556,548,958,5
Sion68,851,247,656,9

Nimmt man jedoch die einzelnen Teams unter die Lupe, kommen einige Unterschiede zum Vorschein:

  • Ungewohnte Heimschwäche bei YB
    Der unangefochtene Leader YB scheint neben Lugano am meisten unter den fehlenden Zuschauern zu leiden. Nur gerade 36,7 Prozent ihrer seit Ende Oktober erspielten Punkte holten die Berner im Wankdorf. Dieser Wert lag in früheren Saisons bei den sonst so heimstarken Hauptstädtern jeweils deutlich über 50 Prozent.
Die Berner Young Boys Leiden statistisch gesehen unter den Geisterspielen
Legende: Leiden statistisch gesehen unter den Geisterspielen Die Berner Young Boys. Freshfocus
  • Lugano punktet zu Hause kaum
    Auch Basel, Lugano und St. Gallen haben in den bisherigen Heim-Geisterspielen anteilsmässig im Vergleich zu früheren Saisons weniger gepunktet. Besonders auffällig ist die Heimschwäche der Tessiner: Nur gerade 5 ihrer 16 gewonnenen Punkte in Geisterspielen holte Lugano im Cornaredo.
  • Ausnahmen im Wallis und in der Zentralschweiz
    Luzern und Sion hingegen scheinen die fehlenden Zuschauer in Heimspielen bisher nicht negativ zu beinflussen: Die Luzerner holten 57,1 Prozent ihrer gewonnenen Punkte zu Hause, bei Sion sind es gar 68,8 Prozent. Beide Teams waren auch in der 18. Runde jeweils im heimischen Stadion erfolgreich.

Video
Archiv: Luzern feiert klaren Heimsieg über Servette
Aus Sport-Clip vom 04.02.2021.
abspielen

SRF zwei, sportlive, 3.2.2021, 20:10 Uhr;

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Martin Meier  (mameschnue)
    Wie ist das nun schon wieder mit dem "Plastikmeister"? Ausserdem: Nach dieser Meisterschaft wird sich noch mancher Club wünschen, er hätte einen Kunstrasen ...
  • Kommentar von Michael Stähli  (Mich)
    Böse Zungen würden jetzt Behaupten bei Sion spielt es keine Rolle ob Fans zu gelassen sind oder nicht, da geht eh niemand hin..
    Nein im Ernst, für mich war der Heimvorteil schon immer eher ein Vortril durch die gewohnte Umgebung wie eigene Garderobe, kürzere Reisewege, vertrautes Spielfeld bei dem man alle kleinen Unterschiede kennt, etc.
    Deswegen bin ich erstaunt dass die fehlenden Zuschauer doch so viel ausmachen sollen.
    Auch als nicht Fussballfan hoffe ich auf baldigst wieder volle Stadien
  • Kommentar von Francis Waeber  (Francis Waeber)
    Phasen in denen auswärts erstaunlich gepunktet wurde, gabs schon immer. Dass diesmal gleich mehrere, normalerweise äusserst heimstarke Clubs betroffen sind, halte ich für Zufall, welcher sich bis Saisonende relativieren wird. Nach meiner Einschätzung kein "Geistereffekt"... ;-))