FC Thun: Nicht alle trainieren gerne zuhause

Wegen des drohenden Konkurses hat der FC Thun das Trainingslager im Süden gestrichen. Die Meinungen bei Trainer und Sportchef gehen auseinander.

Der FC Thun steckt in grossen finanziellen Nöten. Der Vorstand sah sich gezwungen, bis Ende Saison 2017 zwei Millionen Franken zu sammeln. Bis Ende 2016 war die notwendige Million zusammen gekommen, um den Spielbetrieb aufrecht zu halten. 500'000 Franken hat die Stadt Thun als Darlehen gesprochen, von den Fans und Privaten erhofft man sich das restliche Geld.

«  Ich finde nichts Positives daran, dass wir hier geblieben sind. »

Jeff Saibene
Trainer

Jeff Saibene Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Kann die Massnahmen nicht ganz nachvollziehen FC Thun Trainer Jeff Saibene Keystone

Dass der Klub ausgerechnet am Trainingslager spart, kann Coach Jeff Saibene nicht verstehen. «Das Sportliche ist das letzte, was darunter leiden sollte», findet der im Sommer scheidende Luxemburger.

Anderer Meinung ist Sportchef Andres Gerber. «Wir sind in die Öffentlichkeit gegangen und haben um unseren Klub gebettelt. Wenn wir dann mit diesem Geld ins Trainingslager gegangen wären, hätte das niemand verstanden», begründet er die Massnahme.

«  Diese Massnahme kann im Team auch etwas positives auslösen und zusammenschweissen. »

Andres Gerber
Sportchef

Nachsicht bei den Spielern

Verteidiger Stefan Glarner kann dem Ganzen auch positive Ansätze abgewinnen. «Beim Rückrundenstart müssen wir uns nicht mehr an die kalten Temperaturen gewöhnen wie alle anderen Teams, die aus dem Süden zurück kommen». Eigentlich hätten auch die Thuner die Reise nach Spanien antreten sollen. Sportchef Gerber wollte im Herbst das Wintercamp buchen, als der Geldhahn zugedreht wurde. Auch er hofft auf bessere Zeiten. «Eine Vorbereitung zuhause soll eine Ausnahme bleiben», sagt Gerber.

Hören sie im Audiobeitrag, wie Trainer Saibene und Sportchef Gerber die Massnahme beurteilen.