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Schäfer erklärt die Auswirkungen der Darlehen auf die Löhne
Aus Sport-Clip vom 14.05.2020.
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Liga-CEO Schäfer erklärt «Ein Klub ist nicht gezwungen, ein Darlehen zu beantragen»

Am Mittwoch wurde bekannt, dass der Bund den Schweizer Profi-Fussball finanziell unterstützt. Wie läuft das konkret ab?

Bis Ende Jahr stehen den 20 Klubs der Super und Challenge League insgesamt 100 Millionen Franken an Darlehen vom Bund zur Verfügung. Der gleiche Betrag steht noch einmal zur Verfügung, sollte auch im ersten Halbjahr 2021 nicht vor Zuschauern gespielt werden. Dies hatte der Bundesrat am Mittwoch entschieden. Eine bindende Vereinbarung muss noch ausgearbeitet werden und soll dann vom Parlament bestätigt werden.

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«Ein sehr ausgeklügeltes, komplexes System»
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Tiefere Löhne, viele Einnahmen weg

Am Donnerstag machte Claudius Schäfer, CEO der Swiss Football League, nun konkretere Angaben über die Vergabe der Darlehen und die Modalitäten der Rückzahlung. So hat die Aufnahme eines Kredits insbesondere einschneidende Auswirkungen auf die Löhne im betroffenen Klub (s. Video ganz oben):

  • Im Schnitt dürfen die Löhne aller Teams, die einen Bundeskredit aufnehmen, nicht mehr steigen.
  • Zudem müssen die Löhne der Teams, die Geld beanspruchen, in den nächsten 3 Jahren durchschnittlich um 20% reduziert werden.

Auch die Rückzahlung der Darlehen wird im Vertrag genau geregelt. So gelten folgende Regeln, bis das Geld vollständig an den Bund zurückgezahlt ist:

  • 30% der Medien- und Marketingeinnahmen müssen aufgewendet werden.
  • Von den Transfer-Nettoeinnahmen fliessen 25% direkt an den Bund.
  • Zwischen den Klubs, die ein Darlehen aufnehmen, gilt eine Solidarhaftung. Das heisst, dass alle Klubs gemeinsam haften, falls eine Zahlung eines anderen Vereins ausfällt.
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So läuft die Rückzahlung der Darlehen konkret ab
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Strenge Regeln, findet auch Schäfer. Doch er schränkt ein: «Es ist für einige Jahre zinsloses Geld, das wir bekommen. Da ist es nur legitim, dass es gewisse Schranken hat. Ein Klub ist nicht gezwungen, ein Darlehen zu beantragen.» Thun und Xamax hatten allerdings bereits am Mittwoch erklärt, im Falle von Geisterspielen Bundeshilfe in Anspruch nehmen zu müssen.

Kein Gehör für Kritik

Die Kritik, die Schäfer zuletzt in mancher Kommentarspalte lesen konnte, dass mit den Darlehen zu hohe Löhne gezahlt werden würden, will er nicht gelten lassen: «Das ist eine populistische Meinung. Die Klubs sind in grosser Not, weil sie keine Einnahmen mehr haben. Hunderte Jobs hängen an diesen Klubs; Frauenteams und ganze Nachwuchsabteilungen.» Auch die volkswirtschaftliche Relevanz des Fussballs sei schon nachgewiesen worden.

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«Eine populistische Meinung»
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So oder so ist klar, dass Geld erst fliessen wird, wenn der Ball in der Schweiz auch wirklich wieder rollt. Ob dies der Fall sein wird, kommt an der ausserordentlichen Generalversammlung der Liga am 29. Mai aus.

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«Darlehen werden erst gezahlt, wenn Spielbetrieb aufgenommen wird»
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SRF zwei, sportflash von 20:00 Uhr, 13.05.20;

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Hubert Glauser  (hubiswiss)
    Wenn ein Club ein solches Darlehen bezieht, wird er mittelfristig nicht mehr Konkurrenz fähig sein bzw. Es wird eine grosse Differenz geben mit Clubs wie YB die das Darlehen nicht in Anspruch nehmen und andere die darauf angewiesen werden. Denn durch die 20% Lohnreduktion entsteht eine Wettbewerbsverzehrung. Da es kein Salarycup geben wird.
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    1. Antwort von Josef Graf  (Josef Graf)
      Herr Glauser, es gibt bereits bisher ohne diese Darlehen eine Wettbewerbsverzerrung. Das ist systembedingt seit Jahren so und wird von allen Beteiligten akzeptiert. Die vielen Rhys-Millionen schaffen doch schon eine Ungleichheit z.B. zwischen YB und Thun. Und wenn man dann noch die kaum vorhandene eigene Nachwuchsförderung bei YB z.B. im Vergleich mit den kostspieligen Nachwuchsförderungen von Basel oder dem FCZ vergleicht, wird auch da nicht mit gleich langen Spiessen gekämpft.
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    2. Antwort von Leo Nauber  (leo999)
      Das mit den Lohnreduktionen wäre leicht zu lösen. Wer nach der Reduktion weniger als bspw. 4'750/Monat, inkl. Prämien verdient, darf mind. 4'750 auch weiterhin erhalten. Gekürzt wird nur darüber. Die arroganten paar Grossverdiener sind halt Schuld am falschen Image einer ganzen Berufsgruppe.
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  • Kommentar von Josef Graf  (Josef Graf)
    Nachdem gestern Bundesrätin Amherd an der Medienkonferenz die Bedingungen für die Darlehen (nicht Geschenke) ausführlich dargelegt hat, wiederholt diese hier nun auch der Direktor der Swiss Fussball League. Danke SRF, dass Sie auch über diese Klarstellungen berichten. So sollte nun endlich die meisten Leser/innen begriffen haben, was Sache ist. Zusätzlich kann auf den lesenswerten Bericht über den FCSG unter News/Ostschweiz hingewiesen werden, in dem sich FCSG-Präsident Hüppi äussert.
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