Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Video Reaktionen auf den neuen Modus-Vorschlag abspielen. Laufzeit 00:34 Minuten.
Aus sportflash vom 21.08.2019.
Inhalt

Nach dem Modus-Vorschlag Lüthi: «Ich befürchte eine ‹unheilige Allianz›»

Während Basel oder Luzern die geplanten Änderungen begrüssen, übt Thun-Präsident Markus Lüthi Kritik.

Am Dienstagmorgen hat die Swiss Football League mit der Mitteilung überrascht, dass der Modus in der Super League auf die Saison 2021/22 hin erhebliche Veränderungen erfahren soll.

Die Reaktionen der Super-League-Klubs fallen unterschiedlich aus. Beim FC Basel begrüsst man die Wiederaufnahme der Diskussion. CEO Roland Heri sagt: «Grundsätzlich sieht der FCB einer möglichen Aufstockung der Liga positiv entgegen. Die einzelnen Punkte innerhalb dieser Idee müssen aber noch genauer diskutiert werden.»

Legende: Video Die Super League soll einen neuen Modus bekommen abspielen. Laufzeit 01:05 Minuten.
Aus sportflash vom 21.08.2019.

Diese Meinung teilt Philipp Studhalter, Präsident des FC Luzern. Auf Anfrage von SRF sagen die Innerschweizer: «Der FC Luzern begrüsst eine allfällige Modusänderung in der Super League und unterstützt das vorgestellte Vorhaben. »

Der Entscheidungsprozess und die Informationspolitik stossen mir sauer auf.
Autor: Markus Lüthi, Präsident Thun

Es gebe jedoch «noch einige Facetten des neuen Modus' (Punktehalbierung oder Qualifikation für den letzten EL-Platz), die final diskutiert werden müssen». Man sei überzeugt, dass «die Meisterschaft dadurch an Attraktivität gewinnen wird».

Ähnlich klingt es bei YB. Sportchef Christoph Spycher meinte am Rande der Champions-League-Playoff-Partie gegen Belgrad: «Wir könnten uns eine Final-6-Runde vorstellen. Aber die Details müssen wir uns noch einmal erklären lassen.»

Legende: Video Spycher: «Wir könnten uns eine Finalrunde mit 6 Klubs vorstellen» abspielen. Laufzeit 00:51 Minuten.
Aus sportlive vom 21.08.2019.

FCZ-Präsident Ancillo Canepa, der als Mitglied des SFL-Komitees in den Findungsprozess involviert war, begrüsst die Diskussionen. Auf Anfrage von SRF antwortet er: «Es gibt verschiedene Gründe, die eine Modusanpassung notwendig machen.» Canepa führt etwa das Spannungselement oder die positive Entwicklung der Challenge League an.

Ärger bei Thun-Präsident Lüthi

Nicht zufrieden mit den geplanten Änderungen ist Markus Lüthi. Der Präsident des FC Thun fand nach der Bekanntgabe im Gespräch mit SRF klare Worte: «Der Entscheidungsprozess und die Informationspolitik stossen mir sauer auf.»

Es sei zwar richtig, dass man mit der Liga vereinbart habe, anzuschauen, wie eine Zwölferliga aussehen könnte. Danach habe man von der SFL aber nichts mehr gehört und sei erst wenige Stunden vor dem Versand der Medienmitteilung über diesen Vorschlag informiert worden. Lüthi sagt: «Das erachte ich als nicht gut. Man hat verpasst, die Klubs zu fragen, was sie vom Modus halten.»

Das trifft einen Klub wie Thun [...] in einem Ausmass, das ein Weitermachen in der Super League gefährdet.
Autor: Markus Lüthi, Präsident Thun

Lüthi macht sich insbesondere Sorgen, dass die Einnahmen zurückgehen, die Ausgaben aber steigen würden. Auf die Frage, inwiefern der neue Modus dazu führen würde, dass Thun weniger Geld einnehmen könnte, sagt Lüthi: «Momentan hat man einen TV-Vertrag. Noch weiss man nicht, ob man in der neuen Verhandlungsrunde gleich viel, weniger oder mehr Geld wird einnehmen können.»

Weniger Geld für einzelne Klubs?

Wenn nun 12 Klubs an diesen Einnahmen partizipieren würden, dann sei die Rechnung einfach gemacht. Das Geld werde auf 2 Klubs mehr verteilt, was einige 100'000 Franken weniger für jeden Klub ergebe, so Lüthi.

«Das trifft einen Klub wie Thun, der von Zuschauereinnahmen, Sponsoring und wirtschaftlich vernünftigem Arbeiten lebt in einem Ausmass, das ein Weitermachen in der Super League gefährdet», so Lüthi. Die wirtschaftliche Betrachtung fehle bei diesem Modus-Vorschlag gänzlich, was er beanstande.

SFL-CEO Claudius Schäfer ist optimistisch, dass der Modus an der GV im November angenommen wird. Dafür nötig ist eine Zweidrittelsmehrheit.

Lüthi steht dieser Abstimmung kritisch gegenüber: «Ich befürchte eine ‹unheilige Allianz› zwischen den Grossklubs und den Klubs aus der Challenge League. Deshalb habe ich Angst, dass wir die Gegenstimmen, die es zur Verhinderung einer Zweidrittels-Mehrheit braucht, nicht hinbringen werden.»

Sendebezug: Radio SRF 1, Nachrichten, 21.08.2019, 11:00 Uhr

15 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Ferdi Weibel  (weibel)
    Nationale Fussballmeisterschaften sind darum so beliebt, weil sich während einer Saison zwei Mannschaften nur in einem Hin- und Rückspiel begegnen. Dies erhöht die Spannung weit mehr, wie wenn die selben Teams mehrmals gegeneinander spielen müssen. Bei z.B. 15 od. 16 Teams in der RSL gäbe es 28/30 Meisterschaftsspiele. Abstieg nur alle 2 J. So können Vereine längerfristiger planen. Weniger Pflichtspiele schonen zudem Spieler, und die wären fitter für Cup-, UEFA-und FIFA-Einsätze.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Ferdi Weibel  (weibel)
    Soll doch der Herr Schäfer bitte mal erklären, wieso eine Idee, die dieser schon mal verworfen hat (s.GB der SFL 2017/2018), plötzlich so attraktiv sein soll? Wieso die Argumente, die einmal dagegen sprachen, nichts mehr gelten, und plötzlich alles dafür sprechen soll? Eigentlich ist es eine Bankrotterklärung, wenn man nach all der Zeit keine neuen Vorschläge präsentieren kann. Haben wohl die Grossclubs Druck gemacht, und will man diesen nun nachgeben?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Rolf Epprecht  (Rolf Epprecht)
      Fredi Weibel!
      Wunderbar kommentiert!
      Ein Fussballfan, der eine Phylosophie hat, wie es sich gehört! Sie sind “mein Freund“! Danke!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Daniel Schiebler  (davsch3)
    Ich würde sogar einen Schritt weitergehehen. Mit den Ösis, im Frühling,parallel, neben der Meisterschaft noch eine Alpenliga, spielen. Wenn beide den gleichen Modus haben, kann man noch international Spiele durchführen. Wir wir bei Basel-LASK gesehen haben, beide auf ähnlichem Niveau. Die Gäste können gleich noch, ein Wellness Weekend machen oder Städtereise.
    Punkte nach Vorrunde, nicht halbieren, seperat bei CH/At noch neu bei 0 Punkten starten.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen