«Nahe beim Menschen» einerseits, «ein taktischer Tüftler» andererseits. Gian-Luca Privitelli möchte als neuer Trainer beim FC Thun so was wie eine Kombination aus Carlo Ancelotti und Pep Guardiola sein, auch wenn er anfügt: «Zu sagen, ich sei eine Mischung aus diesen beiden, wäre aber fehl am Platz.»
Es ist nicht das Ziel des 48-jährigen Aargauers beim FC Thun zur Trainerlegende aufzusteigen: «Wir konzentrieren uns auf die Entwicklung. Wir möchten jeden Tag das schaffen, was letzte Saison eines der Erfolgsrezepte war: dass man die Werte lebt, dass man immer besser werden möchte – mit einer hohen Intensität.»
Keine Super-League-Erfahrung – kein Problem?
Auch spielerisch soll es ähnlich weitergehen wie in der vergangenen Saison. Privitelli strebt «mutigen Fussball» an, auch wenn einige Stützen des Meisterteams zweifellos wegfallen werden. Super-League-Erfahrung hat Privitelli weder als Spieler noch als Trainer vorzuweisen. Deshalb ist auch für ihn klar: «Das ist eine grosse Black Box für mich. Ich betrete Neuland und ich weiss nicht, was es mit mir machen wird.»
Umso wichtiger sei es, einen guten Staff zu haben, der «jahrzehntelang zusammengearbeitet hat und das alles kennt. Da kann und möchte ich noch viel lernen», so Privitelli.
Top 6 als Ziel
Thun-Sportchef Dominik Albrecht will das Manko bei Privitelli auch nicht schönreden: «Es ist klar, dass er die Super-League-Erfahrung nicht mitbringt. Auf der anderen Seite hatte auch jeder Welttrainer die Routine sammeln müssen. Bei Mauro Lustrinelli sah es als Trainer zuerst ähnlich aus. Deswegen sind wir überzeugt, dass Gian-Luca Privitelli die Fähigkeit hat, es Lustrinelli gleichzutun.»
Die sportliche Zielsetzung ist bei den Berner Oberländern nicht etwa die Titelverteidigung. «Wir wollen uns nachhaltig in den Top 6 festsetzen. Das ist ein sehr ambitioniertes Ziel, aber wir sind überzeugt, dass uns das gelingt», so Albrecht.