Der Job des Schiedsrichters ist wahrlich kein einfacher. Deshalb hat der Schweizerische Fussballverband auf diese Saison hin einige Neuerungen ins Leben gerufen, um die Arbeit der Unparteiischen auch Laien verständlich zu machen.
Neben klarerem VAR-Output und dem Laufenlassen der Matchuhr über die reguläre Spielzeit hinaus im Stadion analysiert das Ressort Spitzenschiedsrichter in der Rubrik «Ref's Insights» nach jeder Spielrunde 3 strittige Situationen für die Öffentlichkeit. Wie der SFV vor der Saison in einem Communiqué schrieb, werden «strittige und medial diskutierte Szenen» des Wochenendes ausgewählt und eingeordnet.
Zesiger hält Boteli zurück
Doch bereits bei der ersten Ausgabe von «Ref's Insights» bleibt bei einer Szene vieles unklar. Es geht dabei um eine Situation in der Partie YB – Sion (4:2). Beim Stand von 2:1 für «Gelb-Schwarz» wird Sion-Stürmer Winsley Boteli in der 54. Minute im YB-Strafraum von Cédric Zesiger klar zurückgehalten. Schiedsrichter Anojen Kanagasingam lässt indes weiterlaufen, auch aus dem VAR-Raum wird er nicht überstimmt.
In der Schiedsrichter-Analyse heisst es dazu:
Die technisch klarste Lösung ist Penalty. Der VAR ist sich der Situation voll und ganz bewusst und beschreibt sie sehr treffend. Da es sich gemäss Beschreibung des VAR nicht um einen eindeutigen und offensichtlichen Fehler des Schiedsrichters handelte, hat er zu Recht nicht eingegriffen. Kriterien für einen Verzicht auf ein Eingreifen des VAR: Der Sion-Angreifer hat den Kontakt übertrieben dargestellt und ist zu leicht zu Boden gefallen, da der Ball für ihn nicht mehr in Reichweite war. [...]
Ob mit dieser Erklärung sämtliche Fragezeichen ausgeräumt werden, ist zumindest zu bezweifeln. Denn wieso die «technisch klarste Lösung» nicht auch die richtige ist, dürfte wohl auch nach der ersten Ausgabe von «Ref's Insights» nicht jedem Fussballfan klar sein.