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Zusammenfassung Italien - England
Aus Sport-Clip vom 12.07.2021.
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«Football's coming Rome» Nach Penaltykrimi: Italien schlägt England und ist Europameister

  • Italien entscheidet im Final der EURO 2020 im Wembley gegen England ein Penalty-Drama mit 3:2 für sich und ist Europameister!
  • Nach 90 und 120 Minuten steht es 1:1, Shaws Blitz-Tor (2.) wird von Bonucci (67.) ausgeglichen.
  • Es ist für Italien der 2. EM-Titel nach 1968 und der erste Titel an einem grossen Turnier seit der WM 2006.

Der Fussball kommt nicht nach Hause: «Football's coming home» wird zu «Football's coming Rome», wie Italiens Leonardo Bonucci nach der Entscheidung in die Kamera brüllte. Der englische Fangesang wurde im Wembley-Stadion in der leicht angepassten italienischen Variante wahr.

Das Finalspiel lebte nicht zwingend von hochstehendem Fussball, dafür umso mehr von konstanter Spannung – und das bis zum allerletzten Penaltyschützen. Jorginho hatte nämlich wie bereits gegen Spanien im Elfmeter-Krimi die Entscheidung beim 5. italienischen Versuch auf dem Fuss, der Mittelfeld-Denker scheiterte aber am hervorragend reagierenden England-Goalie Jordan Pickford.

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Die Live-Highlights bei Italien - England
Aus Sport-Clip vom 12.07.2021.
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Doch die lange Durststrecke der Engländer seit dem WM-Titel 1966, die auch bei «Football's coming home» im Mutterland des Fussballs seit Tagen non-stop besungen wurde, dauert an: Der erst 19-jährige Bukayo Saka scheiterte an Gianluigi Donnarumma, der den EM-Titel Italiens anschliessend mit stoischer Ruhe zur Kenntnis nahm.

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Alle Penaltyschützen im EM-Final
Aus Sport-Clip vom 11.07.2021.
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Frühe Shaw-Show

Das Spiel hatte mit einem Paukenschlag begonnen: Nach nur 114 Sekunden brachte Luke Shaw England mit seinem ersten Länderspieltor in Führung. Der Aussenverteidiger leitete den Angriff nach einer gekonnten Drehung an der Seitenlinie mit ein. Kieran Trippier, Shaws Pendant auf der rechten Seite, flankte den Ball auf den zweiten Pfosten. Dort stand Shaw hinter der sonst so stilsicheren italienischen Defensive völlig blank und traf via Innenpfosten zum frühen 1:0.

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Shaw mit dem Blitztor im Wembley
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So früh hatte England noch nie in einem EM-Spiel getroffen, zudem war es das schnellste Final-Tor der EURO-Geschichte. Im Anschluss taten die Italiener im zunehmenden Regen vor allem viel für die Ballbesitzstatistik, nach vorne ging aber wenig. Einzige Ausnahme in der 1. Halbzeit war der formstarke Federico Chiesa, der das Tor nach einem schönen Solo nur knapp verpasste (35.).

Bonucci belohnt Italien

Auch im 2. Abschnitt tat sich Italien lange schwer. Lorenzo Insignes Versuch aus spitzem Winkel barg nicht die nötige Gefahr, den Schlenzer des aktiven Chiesa entschärfte Pickford sehenswert. Dazwischen hatte sich Raheem Sterling im Strafraum auf die vergebliche Suche nach einem Penalty begeben.

67 Minuten waren gespielt, als die Italiener nach einem Eckball ein Durcheinander im englischen Strafraum provozierten. Pickford lenkte einen Kopfball von Marco Verratti noch mirakulös an den Pfosten, den Abpraller schob dann aber der heranbrausende Leonardo Bonucci ins Tor zum 1:1-Ausgleich: Der verdiente Lohn für die hart arbeitende «Squadra Azzurra».

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Bonucci stochert den Ball zum 1:1 über die Linie
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Anschliessend gelang es beiden Teams nicht mehr, die Entscheidung herbeizuführen. Spätestens gegen Ende der Verlängerung schienen sich auch beide Parteien mit dem Penaltyschiessen abgefunden zu haben.

Für einen Aufreger hatte der spätere Fehlschütze Jorginho gesorgt, der den eingewechselten Jack Grealish ungewollt, aber heftig mit der offenen Sohle traf. Das Verdikt gelbe Karte war äusserst schmeichelhaft für den gebürtigen Brasilianer.

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Glück für Jorginho: Nur Gelb
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Italien ist damit nach dem Verpassen der WM 2018 auf einem neuen fussballerischen Höhepunkt angelangt. England derweil verliert auch das 5. Endrunden-Duell gegen die «Azzurri» – das 3. in einem K.o.-Spiel.

«Never stopped me dreaming», nie aufgehört zu träumen, singen die Engländer im Klassiker von den Lightning Seeds. Noch brauchen sie Geduld.

SRF zwei, sportlive, 11.07.21, 20:00 Uhr;

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90 Kommentare

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  • Kommentar von Martin Gebauer  (Mäde)
    Und wieder gehen hier die Emotionen hoch und kaum einer kann sich von seiner Fan-Brille trennen. Ich war neutraler Zuschauer. Das Spiel war aber eine einzige Enttäuschung. England hörte nach dem 1:0 gleich wieder auf mit Fussballspielen und die Italiener murksen rum, haben zwar einige Abschlüsse, ohne das einer davon nur ein Bisschen Gefahr bringt. Das Tor der Italiener ist irregulär, da Cristante den Ball mit dem Oberarm spielt, wieder eine VAR Katastrophe mehr. Fader Abgang einer tollen EM.
    1. Antwort von Martin Gebauer  (Mäde)
      Ich muss mich korrigieren. Ab dem 1. Juli 2021 wurde die von mir zitierte Regel angepasst. Der Schiedsrichter hat nun wieder Ermessensspielraum. Auf diesem Hintergrund muss sich der VAR nicht mehr einschalten, da es keine klare Fehlentscheidung war. Tor also korrekt. Spannend, dass sich während eines laufenden Turniers die Regeln ändern können. Beim VAR muss man trotzdem über die Bücher.
    2. Antwort von Rolf Hermann  (Raffi)
      Ich schätze ihre Kommentare wenn sie sachlich bleiben Herr Gebauer. Geben wir dem VAR eine Chance. Da muss man sicher immer wieder über die Bücher und den Einsatz des VAR's verbessern. Das machen sie aber auch. Ich habe an dieser EM deutliche Fortschritte in der Anwendung gesehen. Umstrittene Entscheidungen werden wir immer haben. Auch mit Videobeweis. Aber mit VAR werden wir sicher deutlich weniger Fehlentscheidungen haben als ohne.
  • Kommentar von Stefan Gisler  (GiJaBra)
    Der richtige Sieger, England hat 2 Min Fussball gespielt und dann versucht das 1:0 über die Zeit zu bringen anstatt nach vorne zu spielen, nicht mal 30% Ballbesitz nach 99 Min, 4 Torschüsse, einer aufs Tor, so wird man nicht Europameister. Italien hat mehr dafür gegeben, mehr Wille gezeigt, mehr Feuer. Sterling und Kane fanden kaum statt. Die Engländer haben eine grosse Chance verpasst, hatten ein Heim Euro mit eigenen Fans, dann halt wieder über 40 Jahre warten.
  • Kommentar von Clemens Lüthi  (Clemens Lüthi)
    Auguri Azzurri! Ich staune immer, wie die Jungs ihre Elfmeter möglichst cool verwandeln wollen. Und freu mich, wenn der Goalie diese entschärft und den Schützen zum Deppen macht. Ein humorloser Strich in eine Ecke ist meist erfolgreicher aber offenbar uncool.