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Vor dem Ukraine-Spiel Schatten über «Oranje»-Comeback: «Frank, wie immer 4-3-3!»

Unglaubliche 7 Jahre musste die stolze Fussball-Nation auf eine Teilnahme an einem grossen Turnier warten. Alles in Minne? Mitnichten.

Robin van Persie, Daley Blind und Georginio Wijnaldum: Als dieses Trio die Niederlande an der WM 2014 mit einem 3:0 im kleinen Final über Gastgeber Brasilien zum «Trostpreis» Rang 3 schoss, hätte wohl kein Einwohner des fussballbegeisterten Landes befürchtet, dass es 7 Jahre dauern würde, bis «Oranje» die Endrunde eines grossen Turniers nicht mehr nur am TV miterleben darf.

Nun schallt also wieder «Hup Holland Hup» durch die Grachten und über die Tulpenfelder, die Hoffnung ist gross. Doch nimmt man die Equipe des Europameisters von 1988 unter die Lupe, werden einige Baustellen offenbar.

Die Taktik

Als die niederländische Nationalmannschaft am Samstag im Trainingscamp in Zeist den Platz zum Abschlusstraining betrat, blickten die Spieler überrascht in den Himmel. Über das Gelände flog ein Flugzeug mit einem Banner, auf dem stand: «Frank, wie immer 4-3-3». Es war eine Anspielung auf die mögliche Systemänderung von Trainer Frank de Boer, der bei der EM in einem 5-3-2-System spielen lassen will, statt dem in den Niederlanden fast heiligen 4-3-3. Wer das Flugzeug geschickt hatte, blieb unklar.

Flugzeug
Legende: Er wird doch nicht etwa ... Taktikforderungen, Version 2021: Flugzeug mieten, Botschaft durch den Luftraum fliegen, fertig. Ob Frank de Boer gehorcht, wird sich weisen. imago images

Die Ausfälle

Mit Virgil van Dijk fehlt der Abwehrchef. Sein hochtalentierter Partner Matthijs de Ligt fällt zumindest gegen die Ukraine mit Leistenproblemen aus. Und Torhüter Jasper Cillessen strich «Bondscoach» Frank de Boer wegen dessen Corona-Infektion aus dem Kader. Cillessen fand's gar nicht lustig: «Das ist ein enormer Schlag, der lange nachwirken wird. Ich habe mich noch nie so machtlos und schrecklich gefühlt.» Für ihn steht Oldie Maarten Stekelenburg, der stolze 38 Lenze zählt, im Tor.

Live-Hinweis

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Die Partie Niederlande - Ukraine können Sie am Sonntag ab 20:40 Uhr live auf SRF zwei verfolgen. Zuvor zeigen wir ab 14:30 Uhr England - Kroatien und ab 17:30 Uhr Österreich - Nordmazedonien.

Das Personal

Einen Topstürmer wie Marco van Basten oder Ruud van Nistelrooy sucht man vergebens. So sind die Augen auf den formstarken Memphis Depay gerichtet. Und vor allem auch auf dessen Nebenmann. Ex-Regisseur Wesley Sneijder fürchtet, dass De Boer neben dem Lyon-Stürmer auf Wout Weghorst in einem 5-3-2 setzt. Und fordert hingegen, dass der Trainer der «Elftal» die agileren Donyell Malen und Steven Berghuis einsetzt – was wiederum einem 4-3-3 entsprechen würde.

Der Gegner

Die ukrainischen Offensivkräfte standen zuletzt auch nicht unter Verdacht, die gegnerischen Torhüter in eine Sinnkrise zu stürzen. Dies dürfte ihrem Trainer besonders wehtun, steht doch mit Andrej Schewtschenko ein ehemaliger Stürmer von Weltklasseformat an der Seitenlinie. Dazu passt, dass er auch die bisher einzigen ukrainischen EM-Tore erzielt hat: 2012 beim 2:1 gegen Schweden. Alle 5 anderen EM-Spiele verlor die Ukraine zu null.

SRF zwei, sportlive, 12.06.2021, 14:00 Uhr ; 

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