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Legende: Audio Bundesgericht entscheidet gegen Semenya abspielen. Laufzeit 00:52 Minuten.
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Entscheid des Bundesgerichts Testosteron-Regel gilt wieder für Semenya

Das Schweizer Bundesgericht hebt die provisorische Aussetzung der umstrittenen Regel gegenüber der Südafrikanerin auf.

Die Testosteron-Regel des Internationalen Leichtathletikverbands (IAAF) darf bei Caster Semenya wieder angewendet werden. Das Bundesgericht hat die provisorische Aufhebung der Regel vom Mai gekippt. Semenya wird damit ihren Titel über 800 m an der WM in Doha (27. September bis 6. Oktober) nicht verteidigen können.

«Ich bin sehr enttäuscht, dass ich meinen hart erarbeiteten Titel nicht verteidigen kann», erklärte die 28-jährige Südafrikanerin in einer Stellungnahme. «Aber das wird mich nicht davon abhalten, weiter für die Menschenrechte für alle betroffenen Sportlerinnen zu kämpfen.»

Umstrittene Regel

Semenya geht vor dem Bundesgericht gegen einen Entscheid des Internationalen Sportgerichtshofs TAS vor. Dieser hatte die IAAF-Regel für rechtens erklärt, mit der Testosteron-Limits für Mittelstreckenläuferinnen mit intersexuellen Anlagen festgesetzt werden.

Die umstrittene Regel gilt auf Distanzen zwischen 400 m und einer Meile. Sie verpflichtet Läuferinnen mit intersexuellen Anlagen, einen Testosterongehalt von 5 Nanomol pro Liter Blut nicht zu überschreiten. Damit soll ein Wettbewerbsvorteil verhindert werden. Semenya lehnt es ab, sich einer Hormontherapie zu unterziehen.

Keine aufschiebende Wirkung

Materiell hat das Bundesgericht noch keinen Entscheid gefällt. In einer Verfügung hat das höchste Schweizer Gericht das Gesuch von Semenya um eine provisorische Nichtanwendung des sogenannten DSD-Reglements (Eligibility Regulations for the Female Classification - Athletes with Differences of Sex Development) abgewiesen. Semenyas Beschwerde gegen den Entscheid des TAS vom April wird somit keine aufschiebende Wirkung gewährt.

Das Bundesgericht hat bei der Gewährung provisorischer Massnahmen oder der aufschiebenden Wirkung im Bereich der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit eine strenge Praxis, wie es in seiner Verfügung ausführt. Damit Massnahmen angeordnet würden, müsse sich nach einer ersten summarischen Prüfung ergeben, dass eine Beschwerde sehr wahrscheinlich begründet sei. Dies sei vorliegend nicht der Fall.

Sendebezug: Radio SRF 1, Bulletin von 22:00 Uhr, 30.07.19

26 Kommentare

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  • Kommentar von jean-claude albert heusser  (jeani)
    Früher kannte man Frau und Mann und heute gibt eben auch noch die "Undefinierbaren"!
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    1. Antwort von Josef Graf  (Josef Graf)
      Ja natürlich, früher was alles anders, Herr Heusser. Da hatten Sie nicht die Möglichkeit, zu allem und jedem "Ihren Senf zu geben", und ich hatte nicht die Möglichkeit, Ihnen zu antworten.
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  • Kommentar von Nunzio DiResta  (Nunzio)
    Jemandem seine aussgergewöhnlichen physischen Voraussetzungen beschneiden zu wollen, das ist Schwachsinn. Sie ist und das ist medizinisch erwiesen, eine Frau - fertig! Dass die anderen keine Chance haben, das tut mir zwar leid, aber immer schon gab es herausragenden Läuferinnen und Läufer, werden die in Zukunft alle medizinisch quasi "gedrosselt". Anstatt das leidige Thema Doping endlich ernsthaft in den Griff zu nehmen, wird hier ein Exempel statuiert - wohl im Sinne des Profits.
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    1. Antwort von Hans Peter  (Hanspeter97)
      Ihnen ist schon bewusst, dass Frauen- und Männersportarten getrennt werden oder? Nach Ihrer Logik müsste es nur eine Kategorie im Sport geben und zwar "Menschen" Mal sehen wie viele Frauen mit der Weltelite mithalten können.
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    2. Antwort von Josef Graf  (Josef Graf)
      Herr DiResta, ich nehme an, Sie schreiben über Caster Semenya. obwohl Sie den Namen dieser Person nicht erwähnen. Dass diese Person "medizinisch erwiesen" eine Frau ist, ist eben gerade nicht gesichert. Je nach angewandten Kriterien sind die Meinungen darüber geteilt. Dass Sie befehlerisch "fertig!" schreiben, ändert daran nichts. Wissen würde ich auch gerne, was für einen Profit Sie meinen, der mit der IAAF-Regel angestrebt werden soll.
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  • Kommentar von Alex Volkart  (Lex18)
    Ich kann beide Seiten verstehen. Aber Frau Semenya muss Sich auch klar sein das Sie durch ihre spezielle körperliche Verfassung über einen Vorteil verfügt der sogenannte gewöhnliche Frauen nicht haben. Die Verantwortlichen sind hier in einer Zwickmühle, Sie müssen sich fragen ob Sie wenige Frauen diskriminieren sollen oder alle Anderen. Eine Lösung die ich mir hier gut vorstellen kann ist eine Extrakategorie für Frauen mit gleicher Situation. Denn so wäre keine Frau diskriminiert.
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    1. Antwort von Lenny Moser  (YEEEEEEEEEEET)
      Wenn es jedoch eine zusätzliche Kategorie geben würde, würde diese niemand schauen. Somit wäre auch das Preisgeld viel tiefer. Und dies würde auch wiederum zu Protesten führen.
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