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Hallen-EM in Torun entpuppt sich als Corona-Hotspot
Aus Sport-Clip vom 18.03.2021.
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Mehrere Corona-Fälle nach EM Torun mit verheerender Wirkung auf Tokio?

Zwei Wochen nach der Hallen-EM im polnischen Torun ist die Zahl der Coronafälle in die Dutzende gestiegen. Die Signalwirkung im Hinblick auf Olympia ist verheerend.

Dutzende Leichtathletinnen und Leichtathleten haben eine Corona-Infektion von der Hallen-EM Anfang März in Torun nach Hause mitgebracht. Eine einzige und angeblich hochsichere Grossveranstaltung schickt das Virus quer durch Europa – ein Schreckensszenario, das auch Schlimmes für die Olympischen Spiele befürchten lässt.

Aber was sind schon diese paar positiven Fälle angesichts der Tausenden von Tests, die wir durchgeführt haben?
Autor: Dobromir KaramarinowInterims-Präsident des Europäischen Leichtathletik-Verbandes

«Wir haben einen sicheren Event mit über 700 Athleten aus 47 Nationen abgeliefert. Wir haben gezeigt, was in Zeiten einer Pandemie möglich ist», hatte Dobromir Karamarinow, Interims-Präsident des Europäischen Leichtathletik-Verbandes, noch eine knappe Woche nach dem Abschluss der Titelkämpfe (4. bis 7. März) verkündet.

«Bei so vielen Athleten und noch mehr Offiziellen ist es natürlich möglich, dass es positive Tests gibt. Aber was sind schon diese paar positiven Fälle angesichts der Tausenden von Tests, die wir durchgeführt haben?»

Die Fallzahlen steigen auf über 50

Mittlerweile fliegen die Fälle Karamarinows Verband und den Veranstaltern um die Ohren. Anderthalb Wochen nach EM-Abschluss lassen täglich neue Medizin-Bulletins beteiligter Nationen darauf schliessen, dass in Torun etwas schiefgelaufen ist – oder dass eben ein «Superspreader» gezeigt hat, wie schnell aus einem Sportevent ein Hotspot werden kann.

Italien meldete 15 Fälle, Grossbritannien 10, die Niederlande 8, Deutschland deren 7. Insgesamt waren am Donnerstagmittag mehr als 50 Infektionen aktenkundig. Die 23-köpfige Schweizer Delegation ist nicht betroffen. Swiss Athletics schreibt auf Anfrage von SRF Sport: «Stand heute ist kein positiver Fall aus unserer Delegation bekannt.»

Was heisst das für Tokio?

Was die Erfahrungen von der Hallen-EM zum Beispiel für die Olympischen Spiele in Tokio bedeuten könnten, wird nun die ganz hohe Sportpolitik ebenso wie die Experten umtreiben. Denn anders als in Torun werden in Japan nicht 700 Sportler aus 47 Nationen zusammenkommen, sondern mehr als 10'000 aus rund 200 Ländern.

Die Befürchtung, dass der Hallensport, der auch in Tokio einen grossen Teil der Disziplinen ausmacht, ungleich gefährdeter ist als die Freiluftvarianten, scheint auf der Hand zu liegen. Ein weltweites Sportereignis könnte da zum Spiel mit dem Feuer werden.

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Aus dem Archiv: Stabhochspringerin Angelica Moser im Gespräch
Aus sportpanorama vom 14.03.2021.
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SRF zwei, «sportpanorama», 14.3.2021, 19:00 Uhr;

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Heinz Hugentobler  (John F.)
    Dann müssen für Tokyo dann auch wirklich alle Athleten und Athletinnen frühzeitig doppelt geimpft werden, zB. von einem Team des IOC. Dies gilt auch für alle HelferInnen, Funktionäre, Trainer und weitere Betreuer. Alle müssten zudem 2 Wochen in Gruppenquarantäne im olympischen Dorf. Wer sich nicht daran hält, wird gnadenlos disqualifiziert. Dies alles gilt auch für Sicherheitsleute, Ärzte, Pflege-, Küchen-, Putz-, technisches Personal, etc., quasi eine eigene Welt für sich.
    1. Antwort von Peter Berweger  (peterberweger)
      Macht dies wirklich Sinn? Ein Grossteil der Welt hat keinen Zugriff zu Impfstoff und wird auch keinen haben im Verlaufe dieses Jahres, und hier sollte eine Verrückte Impfaktion stattfinden für was genau? Entweder man öffnet komplett (und trägt die Konsequenzen) und Amateurwettkämpfe können auch stattfinden, oder es gilt für alle, das Warten auf bessere Zeiten. Die typische Antwort des IOC wird sein: Ignorieren so lange es geht
  • Kommentar von Jürg Wyttenbach  (J.Wyttenbach)
    Ivermectin davor und danach würde den Sport absolut sicher machen. Wie lange will man das noch verhindern?
  • Kommentar von Paul Wagner  (päule)
    Und gerade als Sportler würde ich mir hundert mal überlegen, welches Risiko ich eingehen will. Denn der Körper eines Top-Athleten ist (zumindest in vielen Fällen) eine Hochleistungs-Maschine und oft auch entsprechend anfällig. In vielen Sportarten machen 2-3% mehr oder weniger Leistungsvermögen den Unterschied zwischen Weltspitze und Mittelfeld, zwischen Preisgeldern/Werbeverträgen und Sporthilfe-Unterstützung.
    -> Das Risiko von Long Covid bedeutet hier möglicherweise Aufgabe des Berufs.
    1. Antwort von marc rist  (mcrist)
      Wobei das gar keine grosse Rolle spielt, wenn die grossen Veranstaltungen alle wegbrechen.