Als die erste NBA-Meisterschaft nach 53 Jahren für die New York Knicks perfekt war, kamen Jalen Brunson die Tränen. Nahezu sprachlos gab der überragende Basketball-Profi seine ersten Interviews als Champion: «Das ist alles, wovon wir geträumt haben. Deswegen bin ich nach New York gekommen.»
Beim 94:90 im 5. Spiel der Finalserie gegen San Antonio war der 29-Jährige mit 45 Punkten einmal mehr die prägende Figur auf dem Parkett. Auf dem Weg zum entscheidenden 4. Sieg schafften die Knicks wie schon am Mittwoch nach zweistelligem Rückstand noch die Wende.
7 Jahre ohne Playoff-Teilnahme
Gemeinsam mit seinen Teamkollegen und Trainer Mike Brown stimmte Brunson schliesslich «Who Let the Dogs Out» von den Baha Men an – und gab damit den Ton vor für eine Meisterparty, die in den Strassen New Yorks die Fussball-WM klar in den Hintergrund rückte. Schliesslich haben die Fans seit 1973 auf diesen Moment warten müssen.
Für den Klub ist es das Ende einer langen sportlichen Flaute. Zwischendurch gab es sogar sieben Jahre ohne Playoff-Teilnahme. Die Fans der Knicks gelten daher nicht nur als besonders leidenschaftlich, sondern auch leidensfähig.
«Hey New York, es tut mir leid, dass es so lange gedauert hat. Aber hier sind wir und es wird hoffentlich nicht noch einmal so lange dauern», rief Teambesitzer James Dolan bei der Siegerehrung euphorisch. Kurz danach wurde Brunson als wertvollster Profi der Finalserie ausgezeichnet.
Risiko-Trade Brunson zahlt sich aus
Der Point Guard hat sein Meisterwerk vollbracht und der New Yorker Franchise Recht gegeben, die ihn 2022 aus Dallas geholt hatte und ihm die Verantwortung für das Team übertrug – obwohl er nur ein Ersatzspieler war. 2018 wurde er erst an 33. Stelle gedraftet. Als die Knicks ihn unter Vertrag nahmen, wurde ihnen Vetternwirtschaft vorgeworfen, da sie gerade seinen Vater Rick als Assistenztrainer eingestellt hatten.
Brunson, der in New Jersey geboren wurde und dort eine Zeit lang aufwuchs, war schon als Kind mit dem legendären Madison Square Garden vertraut, da sein Vater Teil des Teams war, das 1999 im Final von den San Antonio Spurs besiegt wurde.
Klein (1,88 m) in dieser Liga der Riesen, weder der Schnellste noch der Athletischste, entwickelte sich Brunson in seinem eigenen Tempo weiter und wurde, wie er selbst sagt, aus der Not heraus zu einem «Kämpfer». Durch seine entscheidenden Würfe in den letzten Minuten wurde er zum unerschütterlichen Gesicht des Teams. Und setzte nun nicht nur sich selber, sondern einer ganzen Stadt die Krone auf.