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E-Sport Preisgeld-Rekorde im E-Sport: Woher kommt das Geld?

Am diesjährigen «The International»-Turnier werden über 25 Millionen Dollar Preisgeld ausbezahlt – wieder ein Rekord.

Legende: Audio Wie kommen 700 Millionen Dollar Umsatz im E-Sport zusammen? abspielen. Laufzeit 03:49 Minuten.
03:49 min, aus Geek-Sofa vom 20.08.2018.

Am Montag beginnt in Vancouver die diesjährige Ausgabe des «The International». An diesem E-Sport-Turnier messen sich die besten Teams der Welt im Strategie-Spiel «Dota 2». Das Turnier ist Rekordhalter bezüglich der Grösse des Preispools – der enthält bereits jetzt fast 25 Millionen Dollar. Das Team, das am kommenden Samstag das Turnier gewinnt, wird über 11 Millionen Dollar einstreichen.

Darum geht es in «Dota 2»

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Zwei Teams mit je fünf Spielern verteidigen ihre eigene Basis und greifen gleichzeitig die gegnerische an. Jeder Spieler wählt und steuert einen Helden mit ganz unterschiedlichen Fähigkeiten. Das Team, das zuerst den gegnerischen Hauptturm zerstört (den «Ancient», daher der Name «Defense of the Ancients»), hat die Partie gewonnen. Eine Partie dauert ungefähr eine halbe Stunde. An Turnieren wird «Best of 3» oder «Best of 5» gespielt.

Rekorde purzeln

Diese Summen werden im Verlauf der Woche noch ansteigen. Denn sie werden aus dem Verkauf der sogenannten «Battle Passes» gespiesen. Fans des Games kaufen sich damit eine besondere Sicht auf das Turnier – und vor allem virtuelle Gegenstände und Verbesserungen im Game für sich selbst.

Doch schon bald wird «The International» als Rekordhalter abgelöst: Das beliebte Schiessspiel «Fortnite Battle Royale» will ebenfalls in den E-Sport einsteigen – und bis zu 100 Millionen Dollar Preisgeld ausschütten.

So fliesst das Geld im E-Sport

  • Teams gewinnen Preisgelder und haben Sponsoren. In Livestreams zeigen Teams ihr Training und erreichen so abseits von Turnieren ein eigenes Publikum. Deshalb steigen neben den naheliegenden Game-Hardware-Marken auch branchenfremde Unternehmen wie Banken oder Versicherungen ein.
  • Streaming-Plattformen wie Twitch zahlen für Übertragungsrechte.
  • Turnier- und Liga-Veranstalter zahlen Lizenzgebühren an die Spielhersteller (wenn diese ein Turnier oder eine Liga nicht gleich selber durchführen).
  • Teams, Turniere und Ligen verkaufen physische Tickets und vor allem Merchandising.
  • Spielhersteller verkaufen virtuelle Gegenstände oder Kostüme im Spiel an die Fans.

Umsatz und Publikum wachsen

Im letzten Jahr hat der E-Sport weltweit etwa 700 Millionen Dollar Umsatz erzeugt. Rund 200 Millionen Fans weltweit verfolgen E-Sport intensiv. Rund noch einmal so viele schauen gelegentlich zu. Weil dieses Publikum stark wächst, wachsen auch die Umsätze – je nach Schätzung zwischen 20 und 40 Prozent pro Jahr.

Sendebezug: Radio SRF 3, 20.8.2018, 16:15 Uhr

13 Kommentare

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  • Kommentar von Elsa Tschopp (Nimsay)
    Ich bin dann mal weg. 12 h Gamen am Tag?? Das ist fernab von irgendwelcher Realität. Sind das die Leute die dann glauben, dass die Milch aus dem Tetrapak kommt oder dass man alles im Leben steuern und programmieren kann? Sie bekommen Millionen dafür, dass sie der Jugend ein Vorbild sind darin den ganzen Tag zu gamen. Und dann wundert man sich, warum die alle psychische Probleme haben und es keine guten Lehrlinge mehr gibt, weil die alle zuhause gamen... Bravo!
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    1. Antwort von Silvan Beutler (Careeh)
      Ich sehe da ehrlich gesagt keine Verbindung zwischen der Qualität eines Lehrlings und dem gamen.
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    2. Antwort von Elsa Tschopp (Nimsay)
      Tja es hat aber leider einen Einfluss. Ich behaupte nicht, dass es der Einzige ist, aber ich behaupte, dass es durchaus einen Einfluss hat. Nicht nur auf die Arbeit, auch auf andere Lebensbereiche. Ich spreche hier auch nicht von Kindern und Jugendlichen die ab und an gamen, wer hat das schon nicht getan... Ich rede von jenen die täglich Stundenlang gamen. Gerade im Kindesalter sind Hobbys für die Entwicklung sehr wichtig und diese wiederum für das (Arbeits-)Verhalten im Erwachsenen Alter...
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    3. Antwort von Oliver Heinrich (Oliver123)
      Nach diesem Kommentar zweifle ich ob es früher besser ausgesehen hat mit den Lehrlingen
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  • Kommentar von Ian Köppel (Diepoldsau)
    Esports ist momentan populärer denn je. Ist auch völlig klar, dass in absehbarer Zeit Übertragungen im TV und nicht nur auf Streaming-Ambietern wie z.B Twitch stattfinden werden. Ich rate es SRF daher, evtl. Übertragungen mit guten Experten zu ermöglichen, da die Zielgruppe im deutschsprachigen Raum schon sehr gross ist und stetig wächst.
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  • Kommentar von Peter Zurbuchen (drpesche)
    So krank ist unsere Welt! Diesen Gamern werden Millionen in den Hintern gesteckt und in der Schweiz werden Kindergärtnerinnen und Kindergärtner so schlecht bezahlt, dass man für diesen wichtigen Job keine Leute mehr findet! "Einer untergehenden Kultur schwindet zuerst das Mass", wie unser alter Deutschlehrer am Gymnasium immer zitierte.
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    1. Antwort von Silvan Beutler (Careeh)
      Aber wenn ein Cristiano Ronaldo oder ein Floyd Mayweather Hunderte Millionen verdient, ist das in Ordnung? Diesen Gamern werden die Millionen absolut NICHT in den Hintern gesteckt. Diese "Gamer" trainieren 12 Stunden am Tag, um die besten in ihrem Spiel zu werden. Genau gleich, wie dies bei traditionellem Sport der Fall ist. Die Spieler, die diese Beträge verdienen, die haben das auch auf jeden Fall verdient!
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    2. Antwort von Peter Zurbuchen (drpesche)
      Habe ich irgend so etwas behauptet, Herr Beutler? Auch dort ist das Mass schon lange verloren gegangen. Man kann aber einem herkömmlichen Sportler immerhin zugute halten, dass er als Vorbild viele dazu animieren kann selbst Sport zu treiben. Und nein, so viele Millionen in so kurzer Zeit kann man nicht "verdienen", sonst müssten Krankenpfleger für ihren Verdienst in Tag Milliarden bezahlt werden.
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    3. Antwort von Samuel Müller (Samuel Müller)
      Cristiano Ronaldo feuert bedeutend mehr Leute dazu an Bier zu saufen und Krawall zu machen als sich zu bewegen und gesunden Sport zu treiben. Aber wenigstens mehr als beim E-„Sport“ ...
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    4. Antwort von Lucas Herrmann (Zyre)
      Sehen Sie es doch so: Diese Preisgelder und Löhne der Gamer werden durch Sponsoring bezahlt. Sponsoring ist eine Art des Marketings, welche die Einnahmen einer Firma ankurbelt. Dies führt dann dazu, dass diese Firmen mehr Steuern zahlen müssen. Somit nimmt auch der Staat mehr Geld ein. Mit diesen Steuergeldern wird dann sowas wie zum Beispiel der Lohn Ihrer geliebten Kindergärtnerinnen und Kindergärtnern bezahlt. Versuchen Sie bitte nicht immer nur 1 Ebene anzuschauen, Danke.
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