Am Freitag gab der Schweizerische Handball-Verband grünes Licht für ein mögliches Doppel-Mandat von Andy Schmid. Nun ist es offiziell: Der aktuelle Nati-Coach wird ab kommendem Sommer auch Trainer von Kriens-Luzern.
Schmid will zurück ins Tagesgeschäft
Beim NLA-Klub folgt Schmid auf Thomas Zimmermann. Kriens-Luzern und Zimmermann einigten sich bereits Ende Februar darauf, die gemeinsame Zusammenarbeit per Ende Saison zu beenden.
Ich zweifle nicht an meiner Integrität, da sie nicht verhandelbar ist.
Im Interview mit SRF erläutert Schmid seine Gründe für diesen Schritt zum Doppel-Mandat: «Im Hinblick auf die EM 2028 im eigenen Land braucht es nicht nur eine Entwicklung von den Spielern, sondern auch von mir als noch junger Trainer. Ich spürte zuletzt, dass jetzt der Zeitpunkt ist, um wieder mehr in diesen Tagesprozess einzugreifen», so der 42-Jährige.
Dem Wunsch Schmids wollte der SHV keine Steine in den Weg legen, zumal er glaubt, selber Profiteur dieses Doppel-Mandats zu sein: «Unsere Analyse der letzten EM-Kampagne hat ergeben, dass wir auch in den Staff investieren müssen. Dieses Doppel-Mandat bringt Schmid in seiner Entwicklung weiter. Die Konsequenz ist, dass wir an der EURO 2028 einen besseren Nationaltrainer an der Seitenlinie haben werden», meint Präsident Pascal Jenny.
Einigung auf bestimmte Regeln
Nicht alle Klubs aus der höchsten Schweizer Spielklasse sind erfreut darüber, dass der aktuelle Nationalcoach parallel auch noch bei Kriens-Luzern tätig ist. Der eine oder andere Verein befürchtet gewisse Interessenskonflikte. Schmid kann eine gewisse Skepsis vonseiten der Liga-Konkurrenz nachvollziehen, versichert aber: «Ich nehme das sehr ernst. Ich zweifle nicht an meiner Integrität, da diese einfach nicht verhandelbar ist.»
Gemäss Jenny hat sich der SHV mit Kriens-Luzern auf bestimmte Regeln geeinigt, um jegliche Interessenskonflikte ausschliessen zu können. Diese Regeln beinhalten unter anderem Folgendes:
- Bei einer Terminkollision hat für Schmid das Nationalteam und nicht der Klub Priorität.
- Schmid hält sich aus jeglichen Diskussionen rund um Spielertransfers heraus.
- Kriens-Luzern strebt bis 2028 keine Verpflichtungen von aktuellen Nationalspielern an.