Dass die Schweizer Handballerinnen ihre erste WM überhaupt bestreiten, war in der Vorrunde in Den Bosch alles andere als offensichtlich. Das Team von Knut Ove Joa trat routiniert und vor allem erfolgreich auf.
Gegen die Aussenseiterinnen aus dem Iran wurde der budgetierte, klare Startsieg eingetütet. Gegen den Senegal stellte man mit einem knappen Erfolg die vorzeitige Hauptrunden-Quali sicher. Und gegen die klar favorisierten Ungarinnen hielt die Schweiz 40 Minuten lang vorzüglich mit.
Die Japanerinnen sind in Reichweite
Der verdiente Lohn: Bei ihrer WM-Premiere steht die Nati sogleich in der Hauptrunde und kann diese sogar mit 2 Punkten auf dem Konto in Angriff nehmen. Klar ist aber auch: Ab jetzt hängen die Trauben höher und Siege sind keine Selbstverständlichkeit mehr.
In Rotterdam bekommen es die Schweizerinnen der Reihe nach mit Japan (Mittwoch), Dänemark (Freitag) und Rumänien (Sonntag) zu tun. Während Punkte gegen die übermächtigen Däninnen praktisch ausgeschlossen sind und auch ein Coup gegen Rumänien eher unrealistisch ist, schaut dies gegen Japan doch etwas anders aus.
Das Kroatien-Spiel als Richtwert
Aus eigener Erfahrung kennen die Spielerinnen den ersten Hauptrunden-Gegner zwar nicht. Erst einmal spielten die Schweizer Frauen gegen Japan. Dieses Spiel liegt schon 18 Jahre zurück (es ging mit 18:29 verloren) und stellt keinerlei Referenzwert mehr dar.
Sie sind eher weniger eine Mannschaft, die von weit hinten wirft.
Betrachtet man die Gruppenphase, liegt der Vorteil auf Schweizer Seite. Japan schloss die Vorrundengruppe A im Gegensatz zur Schweiz (Rang 2 in der Gruppe B) nur auf dem 3. Rang ab. Der einzige Sieg konnte gegen Kroatien eingefahren werden.
Die Partie gegen die Kroatinnen liefert denn auch einen zusätzlichen Indikator betreffend der Stärkeverhältnisse zwischen der Schweiz und Japan: Vor genau einem Jahr schlug die Nati an der Heim-EM Kroatien mit 26:22. Die Japanerinnen, die seit 1995 keine WM-Endrunde verpasst haben, bezwangen die Kroatinnen heuer an der WM mit 25:19. Es würde nicht überraschen, wenn es am Mittwoch eine enge Kiste wird.
Kerstin Kündig erwartet «ein schnelles Spiel» gegen Japan. Die Schweizer Kapitänin sagt: «Die Japanerinnen können gut Lücken in die Abwehr reissen.» Die Zürcher Oberländerin stellt sich auf viele Eins-gegen-eins-Situationen ein. Denn: «Sie sind eher weniger eine Mannschaft, die von weit hinten wirft.»