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Medaille als Ziel Führt «Hockeynerd» Stalder die Nati zum nächsten Olympia-Märchen?

Lara Stalder erlebte den Bronze-Coup von Sotschi als unbekümmerte 19-Jährige. Eine Wiederholung scheint möglich.

Noch vor der Eröffnungsfeier geht das Olympia-Abenteuer für die Schweizer Eishockey-Nati der Frauen am Freitagnachmittag mit dem Spiel gegen Tschechien los. Obwohl es schon bald ernst gilt, hält sich die Nervosität bei Captain Lara Stalder noch in Grenzen. Kein Wunder: Die 31-Jährige bestreitet in Mailand bereits ihre vierten Winterspiele.

Gleich bei ihrer ersten Teilnahme gelang ihr mit dem Team Grosses: 2014 in Sotschi holte die Schweiz nach einem dramatischen Spiel um Platz 3 gegen Schweden völlig überraschend die Bronzemedaille.

Diese ist auch 12 Jahre später wieder das Ziel. Gold und Silber scheinen schon vergeben, zu gross ist die Dominanz Kanadas und der USA im Frauen-Eishockey. «Dahinter ist es aber recht ausgeglichen», erklärte Stalder bei ihrem Besuch im «Sportpanorama» am Sonntag. Schweden, Finnland und Auftaktgegner Tschechien dürften der Schweiz das Edelmetall streitig machen. Mit diesen Teams misst sich die Equipe von Colin Muller regelmässig an der Euro Hockey Tour.

Zum Aushängeschild gereift

Stalder erinnert sich nur zu gerne an den Coup von Sotschi, als sie 19-jährig völlig unbekümmert aufspielen konnte. Ungläubig und mit heiserer Stimme rang die Teenagerin damals im Interview um Worte.

Mittlerweile ist sie zusammen mit Alina Müller klar das Aushängeschild im Schweizer Hockey, dessen Entwicklung ihr seit der Rückkehr ins Land noch etwas mehr am Herzen liegt. 2023 wechselte die Luzernerin nach erfolgreichen Jahren in Schweden zum EV Zug und führte die Zentralschweizerinnen aus der zweithöchsten Spielklasse an die Spitze der Women's League.

Dank Ehrgeiz zum «Hockeynerd»

Der Erfolg Stalders kommt nicht von ungefähr: Ehemalige Teamkolleginnen, Familie und Freunde berichten unisono von einer Sportlerin, die ihrer Begeisterung für das Eishockey an der Seite ihres älteren Bruders von Kindesbeinen an nachging – und sich ihren Ehrgeiz auch mit über 30 Jahren bewahren konnte.

«Lara ist einer der grössten Hockeynerds, die ich in meinem Leben kennengelernt habe. Bei ihr dreht sich alles nur ums Eishockey. Sie will jedes Detail diskutieren», sagt etwa Anna Meixner, die mit Stalder bei Brynäs zusammenspielte.

Mériguet und Herzig auf Stalders Spuren

In die Rolle der jungen Wilden schlüpfen im Schweizer Team derweil andere. Die 17-jährige Laure Mériguet ist die jüngste Vertreterin, die Swiss Olympic nach Milano Cortina entsendet. Viel von der Erfahrung Stalders profitiert auch die ein Jahr ältere Naemi Herzig, die auf Rat ihrer ehemaligen Teamkollegin bei Zug den Sprung nach Nordamerika wagte. «Sie war ein Grund, warum ich den Mut aufbrachte, rüberzugehen. Es war eine super Entscheidung», so Herzig.

«Mir ist es wichtig, dass alle ihr Potenzial abrufen können», sagt Stalder zu ihrer Rolle als Vorbild und Führungsfigur im Nationalteam. Trotz des eingeleiteten Generationenwechsels sollen Spielfreude und Unbekümmertheit aber nicht nur von den Jungen ausgehen. «Ich habe schon auch noch genügend Energie und Kind in mir», stellt sie klar.

SRF zwei, Sportpanorama, 01.02.2026, 18:00 Uhr ; 

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