Julie Lengweiler hat in Japan den Volleyball-Meistertitel gewonnen. Ihr Team Saga Hisamitsu Springs setzte sich in der Finalserie (Best-of-3) mit 2:0 Siegen gegen Osaka durch. «Es ist eine unglaubliche Geschichte», sagt sie wenige Stunden nach dem Triumph gegenüber SRF. Den Erfolg schätzt sie hoch ein, «weil in der japanischen Liga alle Teams auf ähnlichem Niveau spielen».
Doch nicht nur das – der Playoff-Modus ist eine grosse Herausforderung. In Europa gibt es zwischen den Spielen eine deutlich längere Pause, in Japan geht's Schlag auf Schlag. «Die Playoffs sind mega schnell vorbei.» Im Halbfinal absolvierten Lengweiler und ihre Teamkameradinnen drei Spiele innert drei Tagen. «Das ist extrem kräftezehrend.»
Apropos Halbfinal: Dort hatte Lengweiler gegen PFU BlueCats aus Kahoku ihren grossen Auftritt. Hisamitsu lag im entscheidenden 3. Spiel 0:2 zurück, als die 27-Jährige eingewechselt wurde und ihr Team das Spiel noch drehte. Lengweiler wurde im Anschluss zur besten Spielerin der Partie gewählt.
Nach Titel zurück nach Europa
In den beiden Finalspielen konnte die Thurgauerin wegen einer Fussverletzung nicht mehr mittun, was die Euphorie bei Lengweiler keineswegs schmälert: «Ich habe gar nie erst damit begonnen, vom Meistertitel in Japan zu träumen. Ich habe es noch nicht ganz realisiert. Das muss zuerst noch ein bisschen einsinken.»
Nach zahlreichen Erfolgen in der Schweiz, Spanien, Griechenland, Frankreich, Deutschland, Polen und zuletzt also Japan schreibt Lengweiler demnächst ein neues Kapitel, wie sie im Gespräch mit SRF verrät: «Ich komme zurück nach Europa.» Zu welchem Klub sie wechselt, plaudert sie nicht aus, doch sie sagt: «Ich darf mir einen weiteren Traum erfüllen. Ich freue mich riesig darauf.»