Alles war angerichtet. Beim 3. Anlauf hatte Sion nichts mehr dem Zufall überlassen. Die Olympischen Winterspiele sollten nach 58 Jahren (St. Moritz 1948) endlich wieder einmal in die Schweiz kommen.
Und dann geschah das:
Die 20. Olympischen Winterspiele gehen an ... Turin!
Sofort machten sich in Sion Wut, Zorn, grenzenlose Enttäuschung und Fassungslosigkeit breit. Man war sich einig: Die Walliser hatten die wesentlich bessere Kandidatur präsentiert als die Turiner. Dementsprechend gross war das Unverständnis.
Das isch wiene Chlapf a Gring!
sagte der damalige Bundesrat Adolf Ogi, der an vorderster Front dafür mitgekämpft hatte, dass die Spiele in die Schweiz kommen. Und weiter sagte er:
Man muss sich die Frage stellen: Lief alles korrekt ab?
Auch der Sonntagsblick witterte eine Verschwörung. Die Entscheidung gegen Sion sei eine Retourkutsche des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) gegen das Schweizer Mitglied Marc Hodler gewesen.
Dieser hatte im Jahr zuvor andere IOC-Delegierte der Korruption beschuldigt und dafür gesorgt, dass einzelne Mitglieder ausgeschlossen und beim IOC Reformen eingeleitet wurden. Der Sonntagsblick titelte:
Gegen die Rache der IOC-Greise war Ogi machtlos
Auch für die SonntagsZeitung war klar:
Intrigen brachten Sion zu Fall.