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Cavendish: «Ich denke nicht einmal an den Rekord» (engl.)
Aus Sport-Clip vom 09.07.2021.
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Brite bleibt bescheiden Cavendish: «Werde nie auf einer Stufe mit Merckx sein»

Der Brite hat am Freitag den Tour-Etappenrekord von Eddy Merckx eingestellt. Doch wichtig sind dem 36-Jährigen andere Dinge.

Mark Cavendish war überwältigt, stolz und körperlich völlig am Ende, als er seinen Namen endgültig in den Geschichtsbüchern der Tour de France verewigt hatte. Sein Sprint zum Etappenrekord in Carcassonne hatte eine historische Dimension – und änderte für «Cav» doch nichts. Bescheiden sagte er: «Eddy Merckx bleibt der Grösste aller Zeiten. Ich werde nie auf einer Stufe mit ihm sein.»

46 Jahre und zwei Tage, 2400 Wochen oder 16'804 Tage hatte der Rekord der belgischen Rad-Ikone gehalten. Er galt in modernen Zeiten als unerreichbar, nicht zuletzt weil Cavendish als Zweitplatzierter der Bestenliste längst abgeschrieben war.

Die sportliche Wiederauferstehung des 36-Jährigen führte ihn am Freitag zu seinem 4. Tageserfolg bei der 108. Tour de France – und zum 34. seiner Karriere. Der fünffache Tour-Sieger Merckx hatte diese Bestmarke zwischen 1969 und 1975 aufgestellt.

Es ist egal, ob es der erste, zehnte oder 34. Sieg ist.
Autor: Mark Cavendish

Cavendish, der als Führender der Punktewertung beste Chancen auf den Gewinn des Grünen Trikots besitzt, könnte Merckx mit dem 35. Sieg schon bald hinter sich lassen. Auf der 19. Etappe sowie beim Tour-Finale auf den Champs-Elysées am 18. Juli sind weitere Sprintankünfte zu erwarten.

Man kann sagen, dass Mark der beste Sprinter in der Geschichte des Radsports ist.
Autor: Michael Mörköv

Druck empfindet Cavendish, der in der Vergangenheit mit Depressionen und Verletzungen zu kämpfen hatte, deshalb nicht. Denn die Statistik spielt für ihn keine Rolle. Viel wichtiger sind ihm die Begleiterscheinungen seines Erfolgs. «Es ist egal, ob es der erste, zehnte oder 34. Sieg ist», so der Mann von der Isle of Man. «Wenn irgendeiner meiner Siege ein Kind inspirieren kann, mit Radsport zu beginnen, dann hat es was gebracht. Das ist das, was mir wichtig ist. Das bedeutet mir am allermeisten.»

Merckx bleibt gelassen – und stichelt

Merckx hatte Cavendishs Siegeszug gelassen verfolgt. «Das kostet mich keinen Schlaf. Rekorde sind da, um gebrochen zu werden», hatte der Belgier zuletzt gesagt. Viele seiner Bestmarken seien für Cavendish schliesslich unerreichbar: «Cavendish wird nie fünf Mal die Tour de France gewinnen. Und er wird auch nie 96 Tage in Gelb fahren. Und was ist wohl das Wichtigste?», fragte der 76-Jährige.

Doch ein Titel ist Cavendish gewiss, wenn es nach seinem Teamkollegen Michael Mörköv geht. «Es ist Geschichte. Man kann sagen, dass Mark der beste Sprinter in der Geschichte des Radsports ist», so der Däne, der in Carcassonne Zweiter wurde.

SRF info, sportlive 09.07.2021, 15:00 Uhr;

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Roland Gasche  (NachDenker)
    Cavendish ist ein echter Champ mit der Bescheidenheit eines Champs, da könnte ein gewisser Novak D. eine ganze Menge lernen. Da ND jeweils in den Krieg zieht, wenn er ein Tennismatch spielt, wird das wohl nie klappen.
  • Kommentar von Peter Zurbuchen  (drpesche)
    Wenn es in einer Tour de France 10 Berg-Ankünfte geben würde, hätte wohl ein Anderer den Rekord gebrochen.
    Eine Inspiration durch langweilige Sprintersiege kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.
    Ich verstehe auch überhaupt nicht, dass sich immer wieder andere Teams einspannen lassen um die Ausreisser einzuholen. Soll die Cavendish-Mannschaft das doch jedes Mal selber erledigen.
    1. Antwort von Samuel Nogler  (semi-arid)
      Wieso wissen Sie denn, ob die Rennen langweilig waren? Falls Sie sie geschaut haben und sie langweilig fanden, wieso tun Sie sich das an?
      Übrigens hat auch das Team Alpecin Fenix bereits Sprintsiege verbucht an dieser TdF, nicht nur Cavendish.
      Was mir besonders an Sprintetappen gefällt, ist dass die Siege den nicht exisiterenden Hypothesen-Dopingmittel von Gisler & Co. zugeschrieben werden.
    2. Antwort von Martin Gebauer  (Mäde)
      Radsport ist vielseitig und der Sprint ist ein Teil davon. Er verlangt ganz andere Fähigkeiten und Voraussetzungen als das stundenlange Bergauffahren. Und dann gibt es die Fahrer, die alle gut können, wie Wout Van Aert, der vom Cyclocross kommt. Stehvermögen, Kraft, Schnelligkeit, Leidensfähigkeit und eine exzellente Technik sind dort gefragt. Alles Fähigkeiten, die einem zu einem kompletten Rennfahrer machen, der Sprints, Zeitfahren, Bergetappen, Klassiker und Cyclocross-Rennen gewinnen kann.